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Italienische Presse: Viele Kardinäle wollen Ratzinger
Kardinal Joseph Ratzinger hat offenbar gute Chancen, Nachfolger von Johannes Paul II. zu werden.
Vatikanstadt - Wenige Tage vor Beginn des Konklaves hat der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger Zeitungsberichten zufolge beste Chancen auf das Papstamt. Der aus Niederbayern stammende 77-Jährige könne zurzeit mit 40 bis 50 der 115 Kardinalsstimmen rechnen, berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Mittwoch. Auch der "Corriere della Sera" schrieb, Ratzinger verfüge bereits über 40 Stimmen. Papst wird, wer die Zweidrittel-Mehrheit von 77 Stimmen hat.
Etwa 40 der wahlberechtigten Kardinäle hätten sich bereits auf Ratzinger festgelegt, optimistische Schätzungen gingen gar von 50 Kardinalsstimmen aus, berichtete "La Repubblica". Einige Kardinäle, darunter die Italiener Camillo Ruini und Angelo Scola, wollten mit einer Mehrheit für den als konservativ geltenden Kardinaldekan die Wahl des Mailänder Erzbischofs und Mitfavoriten Dionigi Tettamanzi blockieren, hieß es. Der "Corriere della Sera" berichtete, die Kardinäle neigten zu Ratzinger, weil sie ein kurzes Pontifikat wünschten, in dem es keine Liberalisierung der Position der Kirche geben solle.
Ratzinger-Gegner offenbar uneins
Außerdem sei es Ratzingers Gegnern bisher nicht gelungen, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen. Auch die spanisch-lateinamerikanische Fraktion in der Kurie unterstütze den bisherigen Chef der Glaubenskongregation. Die deutschen Kardinäle lehnten Ratzinger dagegen mehrheitlich ab, schrieb das Blatt. Die Zeitung "Il Tempo" berichtete, Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano habe bereits rund 30 Stimmen auf sich vereinigen können. Vor allem die bei der Kurie in Rom angesiedelten Kardinäle unterstützten ihn, hieß es. Die derzeit 115 wahlberechtigten Kardinäle kommen ab kommenden Montag zur Wahl eines Nachfolgers für Papst Johannes Paul II. zusammen.
Experten rechnen mit schneller Entscheidung
Der neue Papst dürfte nach Einschätzung eines Vatikanexperten schon am Mittwoch oder Donnerstag gewählt sein. Die Kirche wolle ein Bild der Einigkeit bieten, sagte der für die Zeitung "Il Messaggero" arbeitende Vatikan-Experte Orazio Petrosillo. Eine schnelle Einigung würde dies unterstreichen, während ein langes Konklave die Gräben offensichtlich machen würde, fügte er hinzu.
Tausende am Grab des Papstes
Tausende Menschen zogen an dem schlichten Marmorgrab von Johannes Paul II. in der Krypta des Petersdoms vorbei. Viele der Trauernden blieben stehen, um zu beten an der Marmorplatte, auf der der Name des Verstorbenen und die Daten seines von 1920 bis 2005 währenden Lebens eingraviert sind. Andere Pilger weinten oder gaben den am Grab stehenden Ordnern Botschaften für den Verstorbenen. Der Vatikan hatten das Mitbringen von Blumen verboten, weil sie ein Überquellen der Räumlichkeiten befürchteten.
Der Petersdom war erst fünf Tage nach der feierlichen Beisetzung am vergangenen Freitag geöffnet worden. Die italienischen Behörden hatten auf der Verschiebung bestanden, weil sie fürchteten, die zu Beerdigung anwesenden Millionen von Gläubigen könnten in der Stadt bleiben, um das Grab zu besichtigen.
Bilanz der Papst-Beisetzung
In den Tagen vor und nach dem Tod von Johannes Paul II. sind nach jüngsten Angaben des Vatikan mehr als drei Millionen Pilger nach Rom gekommen. Allein die Beisetzungsfeier hätten mehr als 1,1 Millionen Gläubige vor Ort verfolgt, hieß es. Durchschnittlich 21.000 Menschen betraten stündlich den Petersdom, um den dort aufgebahrten Leichnam des Papstes zu sehen; das waren 350 Pilger pro Minute. Die durchschnittliche Wartezeit betrug 13 Stunden, die längste 24 Stunden.

Stimmt, es will ja nicht jeder so enden wie Johannes Paul I.
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Original von Christophe
Ist doch schnuppe, woher der neue Sektenführer kommt, es wird sich keiner trauen, den Saftladen zu reformieren.
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Ratzingers Chancen sinken
Deutsche Kardinäle offenbar gegen den Favoriten
Wird an diesem Samstag 78 Jahre alt: Kardinal Joseph Ratzinger. Wenige Tage vor Beginn des Konklave zur Wahl des Papstes tritt im Kardinalskollegium immer deutlicher eine Spaltung zwischen Konservativen und gemäßigten Modernisierern zutage. Gegen den konservativen deutschen Kardinal Joseph Ratzinger, der als aussichtsreicher Anwärter gilt, formiere sich der Widerstand der Moderaten, berichtet die italienische Zeitung "La Repubblica"
Besonders groß sei die Ablehnung Ratzingers unter seinen deutschen Amtsbrüdern und den US-Kardinälen. Die Befürworter einer vorsichtigen Modernisierung der Kirche sammeln sich den Angaben zufolge hinter dem Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini. Acht der elf US-Kardinäle und fünf der sechs deutschen Kardinäle hielten Ratzinger für ungeeignet, die katholische Kirche zu führen, berichtet "La Repubblica".
Zu konservativ für die deutschen Kardinäle?
Die Kritiker hielten Ratzinger vor, er habe nie ein Interesse an organisatorischen Fragen erkennen lassen; sie befürchteten daher, er werde die eigentliche Macht in die Hände der Kurie abgeben. Insbesondere die deutschen Kardinäle verübeln Ratzinger demnach seine konservative Haltung in mehreren Streitfragen, so etwa bei der Rolle von Laien in Pfarrgemeinden ohne Priester oder bei der Diskussion, ob wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion erhalten sollen.
"Der Heilige Geist arbeitet zügig"
Vatikanbeobachtern zufolge können Ratzinger und das Lager um Martini derzeit mit jeweils 40 bis 50 sicheren Stimmen rechnen. Die zunächst zur Papstwahl erforderliche Zweidrittelmehrheit liegt bei 77 Stimmen. Sollten sich beide Lager blockieren, könnte ein Kompromisskandidat das Rennen machen. So war es bereits beim letzten Konklave 1978, als der Krakauer Erzbischof Karol Wojtyla völlig überraschend zum Papst gewählt wurde. Trotz der Differenzen sind die Kardinäle Berichten zufolge entschlossen, sich schnell zu einigen. "Der Heilige Geist arbeitet zügig", zitiert "La Repubblica" den portugiesischen Kardinal Saraiva Martins.
Schornstein wird gebaut
Die Wahl des neuen Papstes beginnt an diesem Montagnachmittag in der Sixtinischen Kapelle in Rom. Beschäftigte des Vatikans haben mit der Installation eines hohen Schornsteins auf dem Dach der Kapelle begonnen. Steigt aus diesem Schornstein weißer Rauch auf, heißt dies: "habemus papam" (Wir haben einen Papst).

This post has been edited 1 times, last edit by "werwolf" (Apr 14th 2005, 4:45pm)
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Original von Saldek
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
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von Azazel (Today, 7:44am) |
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von Mattlok (Today, 7:38am) |
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von ChaosQu33n (Today, 7:21am) |
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von resi4ever (Today, 7:21am) |
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von Mistercinema (Today, 7:19am) |
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von Shinobi MG (Today, 7:13am) |
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von Mystery (Today, 7:12am) |
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von Shinobi MG (Today, 6:58am) |
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von khaos (Today, 6:57am) |
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von ZaSKaE (Today, 6:43am) |
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von JacktheStripper (Today, 6:37am) |