So ein Laptop hat sicher seine Vorteile als DOS PC.
Primär ist die Platzersparnis das größte Plus, welches Du wohl auch als den größten Gewinn bei die ansprichst, da der dedizierte RetroPC nur Nummer 2 mit dem (absolut berechtigten!) Grund "Platzfresser" ist.
Die Vorteile eines richtigen RetroPCs überwiegen jedoch für mich eindeutig. Wenn man den Platz hat, ist das Gerät bei weitem flexibler, weshalb ich die Empfehlung "beste Lösung für alte Games" nicht ganz nachvollziehen kann, zumindest nicht uneingeschränkt.
Allerdings kommt es immer auf das jeweilige Einsatzgebiet an. Für eine Runde Doom/Duke/Quake oder Monkey Island etc. ist der Laptop sicherlich absolut ausreichend.
Aber folgende Punkte würde ich einfach mal mit in die Beurteilung einfließen lassen:
-3D Support: Schon eine Voodoo1 reicht aus um einen RetroPC mit Pentium1 für 3DFX Spiele um Welten tauglicher zu machen als den RetroPC. Quake2 im Softwaremodus dürfte wenig Spaß machen. Somit hat man mehr Raum nach oben für neuere Titel und eine bessere Optik. Ich behaupte HalfLife läuft auf einem P1 mit 3DFX Karte besser als auf einem P2 in Software und sieht besser aus.
-CPU skaliert besser. Der PentiumII ist meiner Meinung nach, besonders für DOS Spiele schon etwas zu schnell. Einen Pentium1 kann man über Cache Einstellungen im Bios schnell auf 486er Geschwindigkeit bringen. Notebooks haben oft sehr eingeschränkte Bios Optionen, die das schwer möglich machen. Software wie MoSlo ist ja auch nicht 100% kompatibel
Hauptvorteil für mich ist allerdings die Soundhardware. Am Laptop hast du SB16 kompatibles OPL Gepiepse. Zugegeben, es ist für die meisten Retro Zocker ausreichend, da es auch in 99% der Fälle der damals im eigenen PC verbauten Hardware entspricht.
Mein DOS PC hat zwei Soundkarten eingebaut. Eine AWE32 und eine Gravis Ultrasound. Die AWE32 hat zusätzlich noch eine Yamaha DB50XG Wavetable Karte. Extern angeschlossen ist ein Yamaha TG100 Synth sowie ein Roland MT-32 und ein Roland SC-55ST. Alle gleichzeitig über eine Switchbox angeschlossen und in DOS konfiguriert. Ich habe so nicht nur eine sehr hohe Flexibilität bei der Soundauswahl sondern auch eine andere Klangqualität.
Und letztere ist genau das, was für mich den RetroPC absolut unersetzbar macht. DOS Spiele bekommen einen riesigen Schub durch die verbesserte Musikqualität. Die Soundtracks alter Sierra Spiele sowie früher LucasArts Adventures (Monkey Island 1 z.B.) wurden auf und für einen MT-32 komponiert. Die Soundtracks von DOOM oder Noctropolis wurden auf&für den SC-55 komponiert und auch der CD Soundtrack von Spielen wie DSA2-Sternenschweif ist fast identisch mit dem SC-55 Soundtrack.
Ich sehe einfach einen großen Qualitätsvorteil, welcher beim RetroPC zugegeben durch einiges an Platzbedarf eingekauft wird. Zudem ist es ein deutlich größerer Aufwand selbigen zu konfigurieren. Je nach eigenem Anspruch vergeht einiges an Zeit, besonders bei einem derart umfangreichen Sound Setup ist schnell Feierabend.
Geld ist sicherlich auch eine Rolle, denn alte Roland Synthies sind selbst heute nicht billig. MT-32 und SC-55 haben durchaus Kultstatus und für den Preis von einem Synthie kann man sich schnell 10 Retro Notebooks kaufen
Ein RetroNotebook spart auf jeden Fall einiges an Platz, Zeit & Geld, keine Frage.
Ich denke es ist primär eine Frage der eigenen Präferenzen. Hätte ich vor Jahren, als ich die Arbeit an meine RetroPC begonnen habe, gewusst wie lange es dauert, wie wahnsinnig viel Zeit und vor allem auch Geld in das Projekt fließt, hätte ich es wahrscheinlich gelassen, wobei ich am Ende froh bin das Ganze durchgezogen zu haben, da das Gerät doch etwas mehr ist als "nur" ein PC für alte Spiele
Und herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen WLan Installation unter 98, das ist echt nicht spaßig. *g*