Achso - ja klar, das kenne ich.
Dachte es gibt mittlerweile eine globale Einstellung
Alles ist scheiße!!!
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Bei mir ist es dann zum Glück immer aus.
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Ich finde es mittlerweile nur noch zynisch, dass man "menschlich" als gutes Wort nutzt, welches für empathisches und positives Verhalten steht. Im Spoiler mal ein Beispiel, was diese "Menschlichkeit" so zu Tage fördert. Und natürlich kann man sagen, dass die Leute sich um das Tier kümmern und ihm versuchen ein möglichst schönes Leben zu machen. Aber genauso waren es davor Menschen, die den Armen 30 Jahre lang wie Scheiße behandelt haben.
Fand das emotional extrem belastend, vor allem wenn man Tierleid nicht ertragen kann einfach skippen. Gibt keinen Gore, aber einfach nur absolut tragische Story eines Papageis.
Display Spoiler
Vorweg, weil es nicht auf den Info-Tafeln steht. Laut der Dame auf dem Papageienhof wurde Moritz verkrüppelt geboren. Seine ehemalige Besitzerin war eine alte Dame, deren Ehemann gestorben war und der Sohn meinte wohl, dass sie sich einen Papagei holen kann, der würde auch mit ihr reden. Beim Züchter dann wollte sie Moritz eigentlich nicht, aber der Züchter (der hoffentlich in der Hölle verrottet) sagte "Wenn Sie den nicht kaufen klatsch ich den an die Wand".
Darauhin kam Moritz dann zu der ehemaligen Besitzerin, danach kann ich es aber nicht genau rekonstruieren, ist ja auch wohl eher Hörensagen und nicht vernünftig dokumentiert. Entweder hatte die Frau keinen Bock mehr auf den Vogel, oder sie starb ebenfalls, jedenfalls endete Moritz dort, wo er eben endete. Menschlich umsorgt.
Der Vogel lebt komplett auf diesem "Tisch". Ein Vogel... man beachte die Höhe der Wände. Menschlichkeit. Wunderbare Menschlichkeit.




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Wollte für meine Tochter Konzerttickets kaufen. Extra durch CD Preorder (sie hat nicht mal einen Player) einen Presale Code erworben. Halbe Stunde vor der Startzeit die Seite alle paar Sekunden refreshed. 5 Minuten vor der eigentlichen Startzeit poppt die Warteschlange auf und zack Platz 22000 whatever...was soll der Scheiss? Nach ner Dreiviertelstunde bin ich tatsächlich in der Auswahl kann aber nichts mehr kaufen. 10 Minuten später sind die Tickets für den drei bis vierfachen Preis auf Ebay. Elendes Dreckspack!
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Oj ja, das typische Scalper Problem.
Ich besuche zwar keine Konzerte, aber wir als Videospiere kennen das Problem ja auch zB von Konsolenreleases usw.
Wegen Scalpern mit ihren Einkaufsbot bekommt man als Videospiel Fan oft gar keine Chance auf eine Bestellung bei Konsolenreleases, dafür ist Ebay kurz danach voll mit, und das dann natürlich zu überzogenen Preisen.
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Kenne ich, hatte das letztes Jahr bei einem Künstler auch extrem, trotz zig diverser Konzerte kein Herankommen, obwohl ich über Magenta auch im Presale war. Meine Schwester hat dann für sackviel Kohle (ich will gar nicht wissen wie teuer) noch später welche bekommen. Auf Kleinanzeigen sind im Moment über 600 Anzeigen online für Tickets, und da dann gerne sechs Tickets auf einem Schlag... ist klar!
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Meine Schwester hat dann für sackviel Kohle (ich will gar nicht wissen wie teuer) noch später welche bekommen.
Und genau das ist das Problem. Würde man statt den Scalpern das Geld und en Rachen zu schmeissen lieber einfach auf das Konzert/Spiel/Whatever verzichten, gäbe es irgendwann auch keine Scalper mehr denn die machen das halt auch nur weil es funktioniert.
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Letzter Rant vor der Play, der kommt dafür tief aus meiner Seele.
Ich bin eben an einem Betrunkenen, der auf einer Parkbank schlief, vorbei gelaufen. Er lag einfach da, unter ihm eine Flasche billiger Wodka. Ich hab kurz angehalten, geguckt ob er noch atmet und bin dann weiter Richtung Supermarkt. Auf dem Rückweg saß er dann da und hat geraucht. Ich an ihm vorbei gelaufen wieder und dann ein paar Meter weiter angehalten und überlegt, ob ich ihm eine Pepsi die ich eben gekauft habe gebe, damit er was alkoholfreies trinken kann. Erst dagegen entschieden, dann weitergelaufen und wieder angehalten und drüber nachgedacht. Bin dann zurück, hab ihn nur kurz gefragt "feiern gewesen oder Scheiße passiert?", danach dann gefragt ob er was ohne Alkhol dabei hat zum Trinken. Er hatte wohl nichts anderes dabei, also geb ich ihm die Pepsi und sage "aber nich zum Mischen, einfach damit du was alkoholfreies trinken kannst", er bedankt sich und macht sie auch direkt auf.
Warum in diesem Thread? Weil wir inzwischen in einer Gesellschaft leben, in der dutzende Menschen ihn komplett ignoriert haben, zig andere bewusst riesigen Abstand hielten und auch ich, obwohl ich diese Gesellschaft zum kotzen finde, relativ lange gehadert habe. Durchs überlegen waren es vlt 5 Minuten, die Aktion an und für sich hat mich eine Minute meines Lebens und 1,23€ gekostet. Dafür dass man einfach kurz den Menschen, dem es offensichtlich beschissen geht, wahrnimmt.
Und dafür habe ich kein Lob verdient, das ist nichts womit ich hier prahlen will wie geil ich bin. Das sollte eigentlich absolutes bare minimum in einer Gesellschaft sein und das ist der Teil, den nicht "die da oben" verbocken, das ist der Teil, den jeder einzelne jeden Tag selbst in der Hand hat und die massive Mehrheit scheißt da einfach drauf. Und wenn ich eben sagte "inzwischen" bezweifle ich offen gesagt, dass die Gesellschaft da jemals anders war. Selbst wenn er sich die scheiß Pepsi direkt in seinen Wodka gekippt hätte... der macht auch das dann sicher nicht weil er sich ausgesucht hat um 12 in einem öffentlichen Park besoffen zu liegen.
Also jeder der irgendwie auch nur im Ansatz dachte "krass, Respekt, echt cool" sollte sich fragen... wieso? Ist es denn etwas eigentlich normales an Menschen denen es scheiße geht vorbei zu gehen? Wäre schön, wenn wir uns da weiterentwickeln würden. Würde uns in den kommenden Jahren definitiv helfen.
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Alles etwas zwiespältig.
Ich stand in der Stadt auch schon mal an einer Roten Ampel nebeneinander offensichtlich Obdach/Mittellosen.Ich hatte im Rucksack mehre leere Pfandflaschen und etwas Kleingeld. Als ich ihm anbot das er diese haben kann zum abgeben hat er mich sowas von angefahren und angemacht,, wir würden alle von unserem hohen Ross einmal herunterfallen usw usw usw. Er will meine Almosen nicht usw. Seit dem habe ich beschlossen nur in extremsten Fällen noch meine Hilfe anzubieten, so leid es mir tut.
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Passt für mich hinten und vorne nicht.
1. Habe ich ihm kein Geld gegeben und vor allem nicht über ihn entschieden. Ich fragte ihn ob was passiert ist, ob er was alkoholfreies zu trinken hat und sagte dann, dass ich ihm gerne etwas geben würde. Wirkt schon anders als "hier, trink", wobei das mMn auch ne gute Geste wäre, aber eben evtl bevormundend ankommt.
2. Machst du aufgrund einer Reaktion dein generelles Verhalten fest. Ist grundsätzlich schon schlecht, in diesem Kontext aber unreflektiert. Vlt hatte die Person einen scheiß Tag und war genervt, vielleicht wurde die quasi wie ein laufender Mülleimer behandelt. Alles möglich. Zudem solltest du sowas nie in Erwartung einer positiven Reaktion tun. Hätte er mich weggeschickt, wäre ich halt gegangen.
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Weg geschickt ist das eine beschimpfen lassen usw das andere.
Ich versteh dich und dein Verhalten vollkommen das steht außer Frage. -
Also hier in FFM hast du oftmals "Obdachlose" die schnell aggressiv werden wenn du ihnen "nur" Essen und Trinken und nicht direkt Bargeld gibts

Und oftmals auch ne ungesunde Kombination aus Junkie/Obdachlos. Da werden manchmal im Kopf dann Filme gefahren wo es auch schnell mal brenzlig werden kann.
Vorbildlich der Igno - aber auch verständlich wenn andere da nicht so handeln wollen.
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Wir können gerne FFM HBF als menschlichkeitsfreie Zone deklarieren. Aber tut doch nicht so als wären diese Extrembeispiele die Regel des Problems, dass viele einfach weggucken.
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So ist es halt. Die einen gehen vorbei, die anderen verschenken eine Cola und fragen nach, und die anderen verkaufen ihre teure Spielsammlung und spenden das Geld an die Obdachlosen - ganz still und leise.
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Tja und dieses still und leise ist das Problem. Falls du dich meinst Respekt. Kann man dann auch ruhig mal erwähnen, denn das wäre mehr als Bare Minimum. Dass wir als Gesellschaft aktuell aber versagen kann man gar nicht oft genug anprangern.
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Wie so oft ist das dumme Verhalten von ein paar Wenigen, wie die Reaktion der Person gegenüber lumpie, oft ausschlaggebend dafür, dass die große Mehrheit dafür ebenfalls zahlen muss und mit allerlei Vorurteilen zu kämpfen hat und dann womöglich keine Hilfe bekommt.

Ich mach das immer situationsabhängig. Fragt wer freundlichen nach Unterstützung (Geld, Essen, Trinken), gebe ich etwas, wenn ich was habe. In meinem Haushaltstagebuch habe ich sogar genau für solche Miniausgaben für Obdachlose einen extra Reiter. Ist dagegen jemand dreist, ausfallend oder fällt sonst extrem negativ auf, war's das aber.
Mittlerweile bin ich selten an Orten unterwegs, wo sich Obdachlose aufhalten. Aber seit ein paar Jahren bringen meine Freundin und ich alle paar Wochen/Monate Sachen zur Obdachlosenhilfe hier in München, meistens Klamotten (gerade für den Winter), Snacks, Getränke oder was sonst so Sinn macht.
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Es ging grad nicht explizit um Obdachlose, der Typ war sehr sicher nicht obdachlos und um es mal frei geradeaus zu sagen: Egal wo ich das Thema anspreche, überall kommen nur faule Ausreden wieso man es nicht machen würde. Da wird mit Gefahr, negativen Reaktionen und Gott weiß was argumentiert und das lasse ich nicht gelten. Ich sage nicht, dass man sich neben den komplett zugedröhnten Junky am FFM HBF setzen soll, der sich grad den nächsten Schuss setzt und den umarmen muss. Aber beispielsweise einen Betrunkenen irgendwo sehen - wenn man den aus ein paar Metern anspricht und fragt, ob alles okay ist und er Hilfe braucht, ist das realistische Risiko das etwas Gefährliches passiert geringer als bei jeder Reise im Auto.
Dennoch wird super oft mit dieser Angst argumentiert. Ist ja nicht das einzige Thema, wo das passiert, gelle? Dabei ist der eigentliche Grund, wenn wir mal ganz offen und ehrlich sind, die eigene Komfortzone, die man nicht verlassen will. Und dann sind alle erschrocken wenn sowas hier passiert: https://www.spiegel.de/panorama/gesel…-a-1118915.html
Und jetzt soll sich keiner hier wagen zu sagen "das ist etwas völlig Anderes", denn NEIN, fucking Shit NEIN - das was ich gestern kritisiert habe führt zu genau DEM. Da liegt ein Mensch und wir ignorieren es. Auch da werden vlt vmtl gedacht haben der wäre besoffen und viele, die hier argumentieren "oh da habe ich negative Erfahrungen gemacht und es ist ja gefährlich" wären wohl auch über diesen Mann gestiegen. Trotzdem waren damals alle empört - weil sie das Glück hatten nicht zu den Leuten zu zählen, die Täter waren.
Ich habe auch meine negativen Erfahrungen gemacht. Aber an dem Punkt sind zwei Dinge wahnsinnig wichtig zu bedenken: Die Person, die du da grad siehst, kann nichts für das Verhalten anderer. Also ihr nicht zu helfen, weil andere "unfair" zu dir waren, ist nicht okay und das hat diese Person nicht verdient. Und außerdem könnt ihr eben auch davon ausgehen, dass eine Person die Flaschen sammelt um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, oder die eben betrunken am hellen Tag irgendwo pennt mit der Pulle unter der Bank, auch in aller Regel negative Erfahrungen gemacht hat. Kleines Detail was ich nicht erwähnte - er hatte auch ne Aldi-Tüte daneben, weswegen ich eine Feier die etwas eskalierte für enorm unwahrscheinlich halte.
Und letzter Punkt und oh Boy... der wird wieder Heat bringen... Spenden sind cool, Spenden sind wichtig und Spenden sind MEHR ALS MAN ERWARTEN KANN! Aber... Spenden sind etwas völlig Anderes als das, was ich grad thematisieren möchte. Eine Spende ersetzt keine Zivilcourage, eine Spende hilft dem, der da grad liegt auch nucht. Das ist kein Ablasshandel wie im Mittelalter und irgendwie... hatet mich wie ihr wollt dafür... glaube ich manche kaufen sich mit Geld ein reines Gewissen und sagen dann in direkten Situationen "naja ich spende ja schon, muss reichen". Das macht unsere Realität aber nicht besser, denn eine Spende geht offensichtlich an eine Einrichtung wo einerseits meistens primär Personalmangel herrscht, weswegen Spenden natürlich helfen aber die Kernproblematik gar nicht lösen und zweitens kommen die Spenden auch dementsprechend nur bei den Menschen an, die bereits in der Lage ware sich Hilfe zu suchen. Dem Rentner aus dem Spiegelbericht hätten keine Spenden dieser Welt helfen können. Also ja, ihr seid alle total toll die Geld spenden. Aber ist einfach grad gar nicht das Thema, Thema ist immer noch was ich persönlich denke, was jeder als bare minimum im Alltag leisten sollte und das setzt ganz woanders an als eine Spende.
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Helfe auch tatsächlich immer als einziger wenns irgendwo.. brenzlig wird.
1. Obdachloser am Marienplatz mit Halb abgetrennten Finger. Hatten unseren Hochzeitstag und sind am ihm vorbei. Vor dem Suffke-platz war ne Apotheke.
"Ja komma raus und desinfizier mal! 112 gerufen?! Haste ma ne Mullbinde und Handschuhe?"
"Darf meine Filiale nicht verlassen :)"
Hauptsache glotzen.
Hab dann mit Handschuhen und Mullbinden die Blutung abgedrückt.
2. Letztens junky-Dame im Methadon Programm an u3 Gleis direkt vor der Bahn aufs maul geflogen. Kopfplatzwunde.
Hab dann den Notfall am Bahnsteig per knopf ausgelöst.
3. Obdachloser lag im Graben, bin halt hin und hab seitenlage gemacht. War bekannt in der Notaufnahme. Hatte dort Hausverbot..
Mei bin auch immer der EINZIGE der hilt. Hab halt wenig-keine Berührungsängste. Viel durch Job aber eher .. kenns ja so aus Berlin. Überall assipenner. Da greift man halt zu.
Aber tatsächlich einem einfach Geld hinzuwerfen oder ne Bömme hinzugegeben. MmhhAlso hatte sehr viel Kontakt mit dem Klientel und der Tenor war: wir haben auch unseren Stolz. Schwer zu verstehen aber lass prinzipiell die Leute in Ruhe wenn sie nicht explizit einfordern. Wie zb eben betteln, Krücke/Biss verkaufen etc.
Fahre ganz gut damit. Mir isses vor allem Wichtig dass Tochter lernt nicht einfach an einem blutenden vorbeizugehen sondern wenigstens Notruf absetzen. -
Mir ging es auch nicht in erster Linie um Obdachlose, deshalb auch zu Beginn neutral von "Personen" gesprochen. Gerade für solche Momente, jemand liegt betrunken auf der Parkbank oder so, kicken dann leider oft Vorurteile und mögliche Erfahrungen mit den angesprochenen "Wenigen", die einen da hemmen und bevor man weiter drüber nachdenkt, ist man schon 10m weiter gelaufen. Die wenigsten reflektieren in dem Moment das eigene Verhalten und nehmen sich somit nicht diese kurze Zeit, um über ihr (Nicht-)Handeln nachzudenken.
Das Beispiel danach sollte vielmehr zeigen, was man machen kann, auch wenn man selbst vll gar nicht in die Situation kommt, hilfsbedürftigen Menschen Hilfe anbieten zu können. Sachspenden an die Obdachlosen Hilfe sind hier für mich ein guter Anlaufpunkt. Ist aber natürlich eine andere Situation, als die beschriebene.
Dein Punkt mit oft fehlender Zivilcourage im Alltag ist deshalb auch völlig richtig und leider ein großes Problem. Und das zieht sich leider durch, von Situationen mit offensichtlich völlig betrunkenen auf der Straße bis hin zu schweren Unfällen, wo viele einfach wegschauen und sich denken "irgendwer wird schon helfen".

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Also hatte sehr viel Kontakt mit dem Klientel und der Tenor war: wir haben auch unseren Stolz. Schwer zu verstehen aber lass prinzipiell die Leute in Ruhe wenn sie nicht explizit einfordern.
Erstmal zu dem ganzen Rest: Ultimativer Ehrenmann! Das finde ich durchweg vorbildlich und geil.
Den Punkt, den ich zitiert habe, habe ich auch erlebt, aber positiv und ich verstehe es auch. War ein Mann, der hat Flaschen gesammelt und ich hab den gefragt, ob es okay für ihn ist, wenn ich ihm etwas Geld gebe. Das hat er abgelehnt. Ich hatte aber ne Dose dabei und fragte, ob er denn die zumindest nehmen würde und die hat er wirklich dankend angenommen. Wir haben dann auch kurz gequatscht und er will halt sein Leben selbst finanzieren. Er will keine Almosen, er will eben nicht in diese Vorurteilsschublade der Bettler fallen, sondern er geht rum und sammelt Flaschen.
Und real talk - ich habe selten jemanden mit so viel Würde gesehen. Ich finde diese Einstellung bockstark, dass er sich nicht zu fein für diese Arbeit ist und obwohl es ihm finanziell nicht gut geht trotzdem sagt "ich will das alleine schaffen". Habe ich extremen Respekt vor.
Daher soll man ja auch seinen Pfand neben die Mülltonnen stellen, damit die Leute es ohne große Umstände oder gar Verletzungsgefahr an anderem Müll einfach mitnehmen können. So müssen sie nicht betteln und trotzdem spart man denen den Müll zu durchwühlen.
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