München - Für einen Boxkampf ist das Ambiente außergewöhnlich.
Wo früher Gladiatoren um ihr Leben kämpften, steigt am Samstag Boxprofi Felix Sturm zu seinem Fight gegen den Spanier Jorge Sendra in den Ring.
Im historischen römischen Amphitheater der kroatischen Stadt Pula verteidigt der Leverkusener seinen Intercontinental-Titel der WBO.
"Ich will der Mittelgewichts-König werden, da kann ich mir keinen Ausrutscher erlauben", erklärte der 26-Jährige: "Ich bin nicht mehr aufzuhalten. Ich bin der stärkste Sturm aller Zeiten."
"Würde gern mit Taylor tauschen"
Statt in der Gladiatoren-Arena in Istrien würde er natürlich viel lieber im Cesars Palace oder einem der anderen Nobelhotels in Las Vegas kämpfen und Superstar Bernard Hopkins um die WM herausfordern.
Doch der US-Amerikaner kämpft statt dessen am 16. Juli im Spielerparadies gegen seinen Landsmann Jermain Taylor. "Ich würde natürlich gerne mit Taylor tauschen", sagt Sturm, "ich werde alles geben, dass der Kampf gegen Hopkins noch in diesem Jahr stattfindet."
Hopkins geht Sturm aus dem Weg
Seit seiner skandalösen Niederlage vor einem Jahr gegen Oscar de la Hoya ist Sturm in den Rankings hoch notiert.
Nachdem der "Golden Boy" im Herbst gegen Hopkins verlor, wäre der Deutsche der logische nächste Gegner gewesen, aber der Amerikaner geht ihm aus dem Weg. "Das ist doch der beste Beweis dafür, wie stark er und sein Management mich einschätzen", meint Sturm.
Hopkins Angebot "völlig unakzeptabel"
Dabei lag im Winter bereits ein Angebot von Hopkins für den Kampf vor. Promotor und Manager Klaus-Peter Kohl aber lehnte ab: "Das war völlig unakzeptabel, sowohl finanziell als auch wegen der Optionen."
Bei einem Sieg nämlich wäre der Hamburger seinen Schützling losgeworden, der die kommenden Fights unter der Regie von Hopkins Promotor de la Hoya und dessen Firma "Golden Boy Promotion" hätte machen müssen. "Wir wollen unser eigener Herr bleiben", sagte Kohl.
Zum Pflicht-Herausforderer werden
Also muss er weiter Druck aufbauen und Sturm durch Erfolge in den Ranglisten der vier Weltverbände so hoch platzieren, dass er zum Pflicht-Herausforderer für den Titelträger wird.
Oder im kommenden Jahr um einen der vakanten Titel kämpft. So würde er mit einem Sieg in Pula zur Nummer eins der WBA. Hopkins vereinigt zur Zeit die Gürtel der WBC, IBF, WBA und WBO, will aber nur noch bis Ende des Jahres kämpfen.
"Er hat seiner Mutter versprochen, dass er an seinem 41. Geburstag aufhört", weiß Kohl.
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