Verdun - Wie der Mann am Marterpfahl - (PC-)User-Review

    • Verdun - Wie der Mann am Marterpfahl - (PC-)User-Review

      Mörser-Einschläge, tödliche Scharfschützen, MG-Feuer und Giftgas-Angriffe: Verdun katapultiert uns über hundert Jahre zurück, in die erbarmungslosen Stellungskämpfe des Ersten Weltkrieges - und macht das Geschehen zu einem äußerst fordernden Spielerlebnis.

      Star Wars? Alter Hut. Terroristenbekämpfung? Kennt man. Moderne Kriegsführung? Ebenfalls durch. Zweiter Weltkrieg? Gähn. Mit Verdun konfrontieren uns die (Indie-)Entwickler von BlackMill Games mit einem Krieg, der in Shootern (zu) selten vorkommt: dem Ersten Weltkrieg. Zwar gab es mit Iron Storm (2002) und World War Zero (2004) sowie den beiden Teilen zu Necrovision (2009/2010) bereits vor längerer Zeit einige Ego-Shooter, die sich in Ansätzen des WW1-Szenarios bedienten, aber historisch korrekt ging es dort nicht gerade zu. Verdun, als kostenpflichtiger PC-Download (Steam) sowie für PlayStation 4 (Download und Boxversion) erhältlich, ist von daher ein ungewöhnliches Spiel: Ein (Multiplayer-)Shooter, der sich ausschließlich mit der Zeit des Ersten Weltkrieges befasst und dabei gleichzeitig großen Wert auf Authentizität legt, mit viel Hingabe zu geschichtlichen Details.

      In der Knochenmühle

      Nach anfänglichen Erfolgen der Deutschen Reichswehr erstarrte der 1. Weltkrieg rasch zum Stellungskrieg. Und so wurde die Infanterie bald zur wichtigsten Waffengattung auf dem Felde. Tragische Berühmtheit erreichten unter anderem die verlustreichen Materialschlachten nahe Verdun. Im Februar 1916 starteten deutsche Truppen eine Großoffensive auf die schwer befestigte französische Stadt. Im Dezember desselben Jahres endete das monatelange Kräftezerren - praktisch ergebnislos. Über 300.000 deutsche und französische Soldaten starben beim Kampf um Verdun, ohne dass sich der Frontverlauf dadurch entscheidend verändert hätte. Bis heute gilt "die Knochenmühle von Verdun" als Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges und als Negativ-Beispiel für die Erfolglosigkeit militärischer Operations-Führung. Ein Desaster, das in diesen Tagen nur noch von Putin getoppt wird.

      Und in einen solchen Krieg, den viele Soldaten in den Jahren 1914 bis 1918 als ein blutiges, sich ständig wiederholendes und schließlich nur noch wahnwitziges Ringen um Stellungen und Schützengräben erlebten, schicken uns nun die in Alkmaar (Holland) ansässigen Indie-Entwickler von BlackMill Games. Gottseidank nur virtuell und nicht ganz alleine. Denn Verdun ist im Prinzip ein Team-orientierter Multiplayer-Shooter. Anders als im spielerisch ähnlich gelagerten Red Orchestra 2: Stalingrad müssen wir allerdings auf eine reguläre Singleplayer-Kampagne verzichten. Selbst ein Tutorial bleibt uns verwehrt. Wer konkrete Einzelheiten erfahren will, beispielsweise wie man Artillerie-Unterstützung anfordert oder Ziele zuweist, sollte einen Blick in den offiziellen Steam-Guide werfen. Oder er eignet sich die erforderlichen Grundlagen einfach durch Spielpraxis an, die man im Verlauf der bis zu dreißig Minuten dauernden Matches zwangsläufig macht, zumal viele Dinge selbsterklärend sind.

      Im Kern bietet Verdun drei Spielmodi: Frontline, Gewehr-Deathmatch und – via automatischem Update etwas später hinzugefügt – "Zermürbung". Frontline ist das Hauptelement des Spiels: Es behandelt die truppenbasierten Graben- und Stellungskämpfe, die im Zentrum unseres kriegerischen Treibens stehen. Die Modi Gewehr-Deathmatch (Jeder gegen jeden) und Zermürbung, eine Art Gruppen-Deathmatch, bei dem uns von Anfang an das komplette Arsenal an Handfeuerwaffen zur Verfügung steht, haben für meine Begriffe hauptsächlich Übungs-Charakter (und sollen möglicherweise das fehlende Tutorial ersetzen). Inzwischen gibt es zahlreiche Karten, die alle gut und detailliert gestaltet wurden, auf bekannten Kriegsschauplätzen der Westfront zwischen den Jahren 1914-1918 beruhen und jeweils landschaftliche Besonderheiten aufweisen. In Flandern besteht der Erdboden vor allem aus Schlamm. Aisne ist ein stark bewaldeter Bereich mit Feldern und Wiesen, Artois eine Bergbaugegend und die Region der Picardie durchzogen von kleineren Hügeln. Außerdem erleben wir die Kämpfe in den Argonnen (nicht weit von Paris) und im Mittelgebirge der Vorgesen (Ostfrankreich).

      Angriff und Verteidigung

      Und worum geht es im Spiel? Ganz einfach: In Verdun geht es um das Erstürmen und Halten von Frontlinien, genauer gesagt Infanterie-Stellungen, also um den Besitz von Unterständen und Schützengräben. Hier wird bereits ein gravierender Nachteil des Shooters deutlich, der aber nicht dem Game, sondern dem Szenario zuzuschreiben ist: Da der Erste Weltkrieg ein Stellungs- und Grabenkrieg war, spielen sich die Kämpfe auch nur dort ab. Auf Gefechte in Seiten-Straßen, Bahnhofsvierteln, Fabrikkomplexen oder Häuserruinen, wie man sie aus WW2-Titeln wie Red Orchestra oder Valves inzwischen fast vergessenem Day of Defeat kennt, müssen wir also verzichten, weshalb es an Abwechslung (und allerlei Deckungsmöglichkeiten) fehlt. Weitläufige Terrains, karge, unebene, von Grabensystemen durchzogene und durch Artilleriebeschuss zerfurchte Schlachtfelder sind es, die das äußere Bild von Verdun bestimmen. Auch die Gefechte bieten kaum Abwechslung, geht es dort im Prinzip doch letzten Endes immer nur ums wechselseitige Stürmen & Halten, was bei einigen Spielern eventuell dazu führen könnte, dass sie dieses ständige Hin und Her um wenige Frontmeter irgendwann als ähnlich abnutzend und ermüdend empfinden wie seinerzeit die Soldaten des Ersten Weltkrieges.

      Die Karten bieten Platz für maximal 32 Spieler. Letztere verteilen sich auf die Landstreitkräfte der Entente (Frankreich, Großbritannien) und die der Mittelmächte (Deutschland, Österreich). Die Grabenkrieger der einzelnen Fraktionen bilden Gruppen (Squads). Eine Gruppe besteht aus bis zu vier Soldaten, die alle unterschiedlichen Klassen angehören und über Spezialfähigkeiten verfügen. So gibt es z.B. Schützen, Grenadiere, Nahkämpfer, MG-Schützen und Aufklärer mit entsprechender Ausrüstung. Artillerie-Feuer und Gas-Angriffe dürfen nur von (Unter-)Offizieren befohlen werden. Während eines Matches kann man auch die Klasse wechseln, allerdings nur, wenn man mit einem Mitspieler tauscht. Ansonsten ist die Bewaffnung streng vorgegeben. Anders als in Red Orchestra 2 ist es nämlich nicht möglich, Waffen zu erbeuten bzw. gefallenen Soldaten abzunehmen und damit das eigene Equipment zu ergänzen. Wer also beispielsweise als Nahkämpfer unterwegs ist, der kann sich nicht mal eben mit einem Scharfschützen-Gewehr ausstatten, sondern bleibt für die komplette Dauer eines Matches auf die Rolle des Nahkämpfers festgelegt, sofern er nicht mit jemand anderem tauscht. Außerdem stehen Handfeuerwaffen mit höherer Feuerkapazität (Maschinenpistole, Maschinengewehr) nicht von Anfang an zur Verfügung, sondern müssen im weiteren Spielverlauf mit zunehmender Fronterfahrung erst freigeschaltet werden. Dies erfolgt über Karrierepunkte, die wir nach und nach erwerben und später auch in Extras wie Zielfernrohre oder Bajonette investieren können.

      In Verdun kommen mehr als 20 Infanterie-Waffen zum Einsatz, angefangen vom Feldspaten (im Nahkampf geeignet), über Handgranaten oder Pistolen wie die Parabellum "Luger", bis hin zum berühmt-berüchtigten deutschen Maschinengewehr "08/15". Auf schweres technisches Gerät müssen wir verzichten. Es bleibt beim Kampf Mann gegen Mann. Lediglich ein einsamer Flieger am Himmel (Aufklärungs-Flugzeug), der gelegentlich übers Schlachtfeld kreist, oder ausgebrannte Panzer-Wracks, die mitten in der Pampa liegen, geben Aufschluss darüber, dass im Ersten Weltkrieg noch andere Waffen zum Einsatz kamen. Hier wäre es z.B. wünschenswert gewesen, dass man – wie in Red Orchestra - selbst Panzer (im Ersten Weltkrieg: "Tanks") hätte steuern oder zumindest bekämpfen können.

      Wie der Mann am Marterpfahl

      Der Infanterist sei dem Feindfeuer so hilflos ausgesetzt gewesen "wie der Mann am Marterpfahl", schrieb der geachtete, obschon nicht ganz unumstrittene Schriftsteller Ernst Jünger, der sich 1914 als Neunzehnjähriger freiwillig zur Reichswehr meldete und in den folgenden vier Jahren die Schrecken des 1. Weltkrieges als Stoßtrupp-Leutnant hautnah miterlebte. Eine Erfahrung, die auch der Spieler machen wird. Man(n) wird erschossen – und das sogar ziemlich oft. Egal ob stehend, kriechend, vorwärts stürmend oder fliehend. Verweilen wir zu lange an einer Stelle oder stecken die Nase zu lange über den Grabenrand, werden wir Opfer der Scharfschützen. Rennen wir drauflos, sind wir schon nach wenigen Sekunden tot. Suchen wir Schutz in einem Graben, erwischt uns die Artillerie. Selbst wenn wir den Rückzug antreten, pfeifen die Kugeln weiter hinter uns her und treffen im ungünstigsten Fall - meist nur wenige Augenblicke, bevor wir die eigenen rettenden Linien erreicht haben.

      Verdun ist kein einfaches Spiel. Das permanente Tauziehen um Geländevorteile und Stellungen erweist sich für den virtuellen Grabenkämpfer als äußerst zähes Unterfangen. Eine Ursache mag darin liegen, dass wir es hier für gewöhnlich mit menschlichen Gegnern und nicht etwa mit Bots zu tun bekommen. Auf KI-Aussetzer und williges Kanonenfutter darf man also nicht hoffen, auf Gnade durch die Gegenspieler sowieso nicht. Das macht die Sache anfangs recht schwer, weil man als Neueinsteiger wesentlich mehr einstecken muss als man austeilen kann (im ersten Match habe ich nur einen einzigen Abschuss erzielt, wurde während derselben Partie aber 18 Male abgeschossen), anderseits aber auch sehr fordernd und damit spannend. Außerdem steigt die Lernkurve – eine entsprechende Frusttoleranz und Übung vorausgesetzt – mit dem Spielfortschritt immer weiter an. Trotzdem: Verdun ist nichts für ungeduldige Gemüter. Eine gewisse Leidensfähigkeit sollte jedem zu eigen sein, der Spaß mit dem Titel haben will. Sonst wird die Tragödie des 1. Weltkrieges schnell auch zum ganz persönlichen Dilemma vorm PC bzw. der heimischen Konsole (nebenbei: die PS4-Fassung gibt es auch als Box-Version).

      "Holt sie aus ihrem Graben!"

      In Verdun hängt viel von der Gruppe ab. So steigt der Spieler nicht nur für sich alleine durch seine individuellen Fortschritte in der Punkteliste auf, sondern auch zusammen mit seinem Squad. Gehört er also einem besonders erfolgreichen Team an, dann hat das auch positive Auswirkungen auf seine Karriere. Neben Medaillen, die für eigene Leistungen vergeben werden (z.B. "die längste Zeit im feindlichen Bereich" oder "die längste Zeit in der Befehlsreichweite des Unteroffiziers") gibt es deshalb auch Auszeichnungen für den "besten vorrückenden/verteidigenden Trupp" oder den "besten Trupp des Gefechts". Gruppenmitglieder, mit denen wir häufiger zusammen spielen, werden automatisch in eine Freundesliste aufgenommen, so dass man sich für spätere Matches nicht aus den Augen verliert. Bei Misserfolgen, beispielsweise übermäßig starken Verlusten im eigenen Squad, hagelt es Strafpunkte. Sind die Teams bzw. Soldaten der verfeindeten Fraktionen (Entente/Mittelmächte) unterschiedlich stark vertreten, gibt es Ausgleichspunkte für die zahlenmäßig schwächer besetzte Seite, wodurch die Balance gewahrt bleibt.

      Zu Beginn eines Matches ist jede Fraktion mit ihren Squads im Besitz einer eigener Grabenlinie. Von dieser Position ausgehend müssen wir dann einen Angriff starten - oder einen gegnerischen abwehren. Werden wir aus der eigenen Stellung verjagt, gilt es, diese möglichst bald wieder zurück zu erobern. Oder wir erhalten gleich zu Beginn den Auftrag, die feindlichen Gräben zu erobern. Das spielerische Dreigespann Angriff-Verteidigung-Gegenangriff hat zur Folge, dass ein und dieselben Stellungen im Laufe einer Partie ihre "Besitzer" mehrmals wechseln. Gelegentlich werden wir in Rückzugsgefechte verwickelt. Dann kommt es darauf an, schnell wieder zur eigenen Linie zu gelangen. Gelingt dies innerhalb eines vom Rechner ermittelten Zeitfensters nicht, gelten wir als Deserteure und werden erschossen (der Spieler fällt dann nach Ablauf des Zeitlimits sofort tot um). Dasselbe Schicksal blüht uns, wenn wir eine zu verteidigende Stellung bzw. einen uns zugewiesenen Abschnitt auf der Karte eigenmächtig verlassen, denn dies wird vom Computer als Fahnenflucht gedeutet. Was genau zu tun ist und wohin es gehen soll, lässt sich aber auch einzelnen Markierungen auf der Karte ("Verteidigen!", "Hierher bewegen!") oder den Befehlen des Trupp-Führers ("Holt sie aus ihrem Graben!") entnehmen.

      Obwohl der Erste Weltkrieg kein Bewegungskrieg war, laufen einige Gefechtssituation sehr hektisch ab. Besonders die Kämpfe innerhalb der Grabensysteme haben es in sich. Denn die Stellungen sind schmal angelegt und bieten somit kaum Ausweichmöglichkeiten. Hinzu kommt: Die meisten Handfeuerwaffen sind keine Schnellfeuer-, sondern Repetiergewehre (Karabiner), d.h. nach jedem Schuss muss kurz nachgeladen werden. Anders als in WW2-Shootern oder beim Umgang mit modernen Waffen kann man auf seine Angreifer nicht mal eben ein ganzes Magazin entleeren. Der erste Schuss sollte daher sitzen, damit der Feindsoldat keine Möglichkeit der Gegenwehr hat. Schwierig wird es, wenn wir gleich mehrere Gegner am Hals haben. Da hilft für gewöhnlich nur noch schnelle Deckung, ein gutes Reaktions- und Zielvermögen - oder eine gehörige Portion Glück.

      Der Spieler sollte Geländeeigenschaften und bestimmte Kampfsituationen zu nutzen verstehen. So schränkt eine Giftgaswolke zwar die eigene Sicht ein (zumal man in einem solchen Fall eine Gasmaske aufsetzen sollte, was das Sichtfeld zusätzlich begrenzt), aber eben auch die des Gegners, der einen dann schlechter ausmachen kann. Taktisches Geschick und ein Gespür für günstige Momente sind ausgesprochen wichtig in Verdun. Und wenn man in den Jahren 1914-1918 auch selbst nicht dabei war (dem Himmel sei Dank!), so erhält man doch eine (natürlich nur) ungefähre Vorstellung davon, was die einfachen Soldaten jener Zeit allein schon nervlich erlebt und erlitten haben müssen. Je nach Ausgang des Matches schließen wir dasselbe mit Sieg oder Niederlage ab. Hat das zähe Ringen für keine der Seiten zum Erfolg geführt, gibt es ein "Unentschieden" – anders als im Fußball jedoch ohne zusätzliche Verlängerung.

      Im Westen nichts Neues?

      Gemessen an seinem taktischen Anspruch lässt Verdun so manchen Triple-A-Titel alt aussehen und spielt sich für mich über weite Strecken noch eine ganze Ecke realistischer als Quasi-Pedant Red Orchestra. Rein optisch stechen diverse Details hervor. So wurden zum Beispiel Militärhistoriker ausführlich befragt und Waffen und Uniformen anschließend originalgetreu nachgebildet. Weniger schön sind die bisweilen arg zappelig wirkenden (Sterbe-)Animationen der Soldaten und die Tatsache, dass selbst Kleinigkeiten wie eine umher stehende Petroleumlampe oder eine im Schützengraben liegende Weinflasche durch Beschuss nicht zerstörbar sind. Von solch kleineren Mängeln abgesehen, muss man dem dreiköpfigen Entwickler-Team aus Holland zuerkennen, dass es sich echte Mühe mit seinem Spiel gegeben hat, auch wenn ihm das bisher offenbar nicht so richtig gedankt wurde. Seit Start des Early Access-Programms vor neun Jahren sind hunderte Updates (inkl. Upgrade auf Unity 5-Engine) erschienen, aber von den insgesamt vier Master-Servern ist auf dreien davon (USA, Australien, Japan) relativ wenig los. Der EU-Server schneidet da etwas besser ab, allerdings würde man dem WW1-Multiplayer-Shooter auch in unseren Breiten ein paar Spieler mehr wünschen. Verdun, das war eigentlich absehbar, ist allein schon aufgrund des Szenarios, der Waffenauswahl usw. kein Spiel für die Masse. Ob zukünftige (Gratis-)Inhalte wie neue Maps, weitere Waffen, zusätzliche Fraktionen oder Modi daran was ändern können, wird abzuwarten sein. In jedem Fall hat sich in all den Jahren eine überschaubare, aber treue Fan-Gemeinde manifestiert, die sich fordernde Gefechte auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges leistet und daran großen Gefallen findet.

      Fazit

      Verdun ist trotz seines abgespeckten Umfangs (wenige Modi), den man einem Indie-Titel aber nur bedingt anlasten kann, ein überaus forderndes Spielerlebnis geworden. In Sachen Realismus übertrifft dieser Multiplayer-Titel sogar meine bisherigen Favoriten Operation Flashpoint und Red Orchestra 2: Stalingrad. In welchem anderen Spiel (vom trashigen Necrovision einmal abgesehen) kann man denn sonst schon mit Gasmaske durch giftige Wolken robben oder seinen Gegner im Nahkampf mit einem Feldspaten erledigen? Shooter-Fans, die sich für die Zeit des Ersten Weltkrieges interessieren, sind mit Verdun gut bedient. Auf dem Gebiet der Ego-Shooter gibt es zurzeit praktisch auch gar keine Alternativen.


      PRO:
      - unverbrauchtes Szenario (1.Weltkrieg)
      - Schauplätze, Waffen u. Uniformen nach historischen Vorbildern
      - fordernde Kämpfe

      CONTRA:
      - keine reguläre Singleplayer-Kampagne, kein Tutorial
      - wenige Modi



      The post was edited 1 time, last by BigJim ().

    • Absolutes Top-Review, mein Lieber :thumbup:

      Edit äd mehrere Gegner u historische Akkuratesse: Bajonettkampf so gar kein Thema im Game? Oder auch meleecombat mit der Pickelhaube? :ray2:

      Ich weiß/ahne, das wurde sicher uA (nebst der guten Erkennbarkeit, bzw Differenzierbarkeit zw "friend&foe" auch noch im dichtesten Tumult u dreckigsten Scharmützel) auch zum Aufstellen des Helmchens, zB um daraus "bequem" essen zu können, implementiert, dies "eigenwillige Design", aber afair eben auch zwecks Notfall-Melee without knife or rifle. Kann aber auch sein, dass my memory trügt.

      Edit2: ahh, du erwähnst ja Bajonettupgrades, hatte nur vom Feldspaten gelesen u dies Detail übersehen, mea culpa.

      Again: flawless review <3
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    • Ja, in Verdun ist es möglich, den Gegner mit dem Bajonett zu erledigen (sofern er einen zuvor nicht schon selber piekst). Ebenso sind im Nahkampf Schläge mit dem Gewehr(-kolben) möglich.

      Töten mit der Pickelhaube geht aber wohl nicht. Wüsste auch nicht, wie das praktisch gehen soll. Man müsste den Gegner ja dann wie ein Stier "rammen" oder mit dem spitzen Helm nach ihm werfen (und so scharf war die Spitze der deutschen Helme dann doch wieder nicht, zumal die Pickelhaube im Laufe des 1. Weltkrieges durch normale Stahlhelme abgelöst wurde, weil der Stahlhelm besser vor Granatsplitter schützte). Hab das jedenfalls noch nicht versucht. Im Nahkampf bevorzuge ich - sofern verfügbar - die (Maschinen-)Pistole. 8)

      Zu Verdun gibt es übrigens noch einen Quasi-Nachfolger vom selben Entwickler: Tannenberg. In meiner Eigenschaft als Sammler, aber auch weil ich solche Indie-Entwickler durch Kauf ihrer Produkte unterstützen will, besitze ich beide Games für PC sowie PS4. Zocke aber überwiegend die PC-Versionen, da mir Ego-Shooter auf dem PC bedientechnisch einfach besser liegen.


    • ^^

      Nicht "Stier-Style", sondern Helm abnehmen, mit beiden Händen vor sich halten u auf den Gegner im Graben zustürmen, zumindest hatte uns afair "Panzer-Schmidt" (Geschi-Lehrer mit "schlagender Burschenschafts-Narbe" aufm Detz, echter "Altnazi"/stramm rechts) diese Story aufgetischt ^^

      Lulz-Editz: derselbe Penner erzählte aber auch gern pseudowitzigen nonesense, zB gern u oft vom "italienischen Panzer", mit einem Vorwärts- und 7 Rückwärtsgängen :ray2:

      Das war seine eigene kleine WW2-"Dolchstoßlegende", der faule u feige Italiener war Schuld :bday:
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    • Vielleicht kann man mit der Pickelhaube dem Gegner im Nahkampf die Augen ausstechen, aber sonst geht das Teil normalerweise nicht so leicht in einen menschlichen Körper rein, außer vielleicht in bestimmte, weniger geschützte Körperstellen bzw. Weichteile.

      Handwerkliche Details über solche Dinge kann man übrigens gut in den Kriegserinnerungen von Ernst Jünger (z.B. in "In Stahlgewittern") nachlesen. Jünger war in frühen Jahren leider auch stramm rechts, aber immerhin nie Nazi. (Viele werfen Jünger Kriegsverherrlichung vor, aber ich bin da etwas ambivalent. Aus meiner Sicht machen seine Kriegsschilderungen Angst vor Krieg und nicht etwa Lust auf Krieg.)

      Jedenfalls war Jünger, der wegen besonderer Tapferkeit als Stoßtrupp-Führer während des Ersten Weltkrieges mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet wurde, dabei. Seine Darstellungen, auch über Nahkampfsituationen, sind daher authentisch.

    • Pickelhaube inne Fresse dürfte ähnlich unerfreulich sein wie Hammer inne Fresse, da muss nix zwingendermaßen "eindringen", es ist ne "energetisch-konzentrierte" stumpfe Gewalt.
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