Alles anzeigenAbsolutes First-World-Problem.
Ich habe jetzt tatsächlich zwei konkrete Jobangebote, was ich sehr gerne vermieden hätte.
Pros:
Option 1 bietet grundsätzlich eine gute langfristige Perspektive (Konzern), eine interessante Aufgabe und ein klar definiertes, zu erreichendes Ziel. Spätestens nach erfolgreicher Ausrollung wäre auch ein interner Aufstieg in Aussicht gestellt und generell gibt es viele Möglichkeiten, anschließend auch etwas anderes zu machen. Außerdem kann ich meinen Starttermin frei wählen, was aktuell der 01.12. wäre. Ich hätte also nochmal zwei Monate frei, bevor es in eine komplett neue berufliche Umgebung kommen würde.
Option 2 hat einen gewissen Gestaltungsspielraum, keine aufgeblasenen Konzernstrukturen und inhaltlich hätte ich in meinem Bereich die Verantwortung, das Unternehmen nach vorne zu bringen. Zudem ist die Stelle deutlich (!) besser bezahlt und bietet einen wesentlich kürzeren Arbeitsweg. Start wäre außerdem Anfang Oktober, also ein nahezu nahtloser Übergang, nachdem ich am 30. September meinen letzten Arbeitstag habe.
Cons:
Option 1 kommt natürlich nicht nur mit den positiven, sondern auch mit all den negativen Aspekten eines Konzerns in Form von Hierarchien, langen Entscheidungswegen und sehr starren Rahmenbedingungen. Ich müsste mit meinem Projekt teils große Überzeugungsarbeitet in einem sehr heterogenen Umfeld leisten. Zudem wäre die Stelle erheblich schlechter bezahlt.
Option 2 wäre im gleichen Themenfeld angesiedelt, wie mein aktueller Job (KI Projektmanager). Ehrlicherweise hat mir das Thema aber nicht so mega viel Spaß gemacht, was aber womöglich am Umfeld liegen könnte. Außerdem würde vermutlich mittel- und langfristig keine große Weiterentwicklung stattfinden, sondern ich wäre in dem mittelständischen Unternehmen einfach für genau meine Position und Arbeit angestellt. Andere Optionen in Zukunft würden sich höchstwahrscheinlich nicht ergeben und generell wäre ich ganz allein für mein Thema verantwortlich.
Ich weiß, das ist ein richtiges Luxusproblem. Und wahrscheinlich wollt ich die wesentlichen Punkte einfach mal aufschreiben und mir Gedanken machen.
Morgen muss ich mich entscheiden.
Erstmal Glückwunsch zu den zwei Angeboten. Es ist halt tatsächlich so die Pros und Cons abzuwägen und gucken was man machen will. War im Februar in genau der gleichen Situation mit 2 Angeboten.
1. öD bei einer Bundesbehörde mit spannendem Thema, 4/5 Tagen Homeoffice und guter Anbindung. Job sehr sicher, aber halt auch öD und weniger Geld (vergleichbar mit deinem Konzernangebot)
2. Mitteständisches Unternehmen mit recht familiärer Kultur, ambitionierten Zielen, Alleinverantwortung für ein Projekt als PO, kurze Entscheidungswege, mehr Geld. Aber nur 2/5 Home Office zu Beginn.
Habe mich dann für Option 1 entschieden, da mir die Work Life Balance wichtig war (jetzt mit 44) und eben auch ich gerne etwas für die Allgemeinheit machen wollte und nicht mehr für den Reichtum anderer. Nach 6 Monaten dort muss ich sagen es hat sich ausgezahlt, hätte aber auch nach hinten losgehen können, das Risiko hat man immer mit Konzern/Behörde.
Meine Erfahrung sagt, dass es am Ende immer die Menschen machen mit denen du arbeitest ob etwas passt oder nicht, ist fast der wichtigste Faktor. Ich sehe aber grundsätzlich auch ein Risiko da drin etwas zu machen was einem nicht so mega Spaß gemacht hat ohne Perspektive auch einfach dann zu wechseln intern. Wenn man einen neuen Job mit neuer Option hat, dann schon das was einem taugt. Habe festgestellt, dass Geld für mich nachrangig geworden ist, es zählt das Umfeld, die Perspektive und die Work Life Balance.