Dortmund - Gerade geht es sportlich bergauf, da spitzt sich die finanzielle Situation beim börsennotierten Bundesligisten Borussia Dortmund offenbar zu.
Die Westfalen stecken in einer "existenzbedrohenden Ertrags- und Finanzsituation". Dies teilte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA am Donnerstagmorgen in einer Pflichtmitteilung mit.
"Äußerst knappe Finanzmittel"
"Die Gesellschaft befindet sich auf Grund der äußerst knappen Finanzmittel in ständigem, nach Einschätzung des Managements konstruktivem Dialog mit den Gläubigern, um den gegenwärtigen Engpass dauerhaft zu überwinden", heißt es in der sogenannten "Ad-hoc-Mitteilung".
Nicht gerade ein Einstand nach Maß für den neuen BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Erst am Dienstag hatten die Borussen den Schatzmeister zum Nachfolger des zurückgetretenen Gerd Niebaum ernannt.
Halbjahresverlust von 27 Millionen Euro
Die Situation ist bedrohlich. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2004/2005 muss die AG mit einem operativen Verlust von 27,2 Millionen Euro rechnen.
Ohne finanzielle Ausgleichsmaßnahmen würde sich der Fehlbetrag für das gesamte Geschäftsjahr auf voraussichtlich 68,8 Millionen Euro erhöhen.
Zugleich gebe es bis Ende Juni 2005 Verpflichtungen in Höhe von 29,7 Millionen Euro, "die derzeit nicht zur Verfügung stehen". Ein klares Insolvenzrisiko.
Investmentbanker bricht Verhandlungen ab
Was Dortmund ebenfalls schwer getroffen haben dürfte: Der Londoner Investment-Banker Stephen Schechter hat seine Kontakte zum BVB wieder abgebrochen.
"Es gibt keine Beziehung mehr zu Borussia Dortmund", sagte der Spezialist für Fußball-Anleihen dem "Handelsblatt". Schechter nannte einen Vertrauensbruch des Dortmunder Präsidiums als Grund für das Ende der Verhandlungen.
Von einer Wiederaufnahme der Gespräche hatte sich Dortmund viel versprochen. Mit Schechters Hilfe sollte das Westfalenstadion zurückgekauft werden.
Quelle: Sport1