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Alles ist scheiße!!!

  • realbout
  • 19. Januar 2005 um 07:37
  • Kou
    fka. ShoguN
    Beiträge
    7.098
    • 5. September 2012 um 08:28
    • #9.481

    Harte Diskussionen hier.
    Finds gut wie Uroko es macht.. naja :)

    Topic
    Mus sonch 40 Folgen Gundam Seed schauen und habe nur noch bis Montag Urlaub. dann in der Rehaklinik Ausseneinsatz in so einem bayrischen Hinterwäldlerdorf.. nooooooooooooooo!
    1st World Problems :sconf:

    Ich bin euer Märchen. Euer Traum. Eure Wünsche und Sehnsüchte, und ich bin euer Durst und euer Hunger und euer Essen und Trinken.

    Einmal editiert, zuletzt von ShoguN (5. September 2012 um 08:34)

    • Zitieren
  • exe
    Virtua Fighter Champion
    Beiträge
    1.404
    • 5. September 2012 um 09:19
    • #9.482

    @ Allrightythen:

    Wir sind doch beim Thema Burnout.
    Wenn der Familienvater mit seiner 40Std-Stelle gerade mal 200 Euro mehr verdient, dann geht er wahrscheinlich irgentwann dran kaputt.
    Dann bringt es der Familie auch nix mehr, auch wenn er 200 Euro mehr verdient (die Frage ist dann nämlich wie lange).
    Wenn du meinen Beitrag vollständig gelesen hättest, dann wüsstest du, dass es eben nur mit im Kollektiv geht. Aber dazu gehört halt jeder Einzelne. Viele schreien immer um staatliche Regulationen (für die ich auch bin) aber man selber hat es auch in der Hand.
    Das hat auch nix mit einer Traumwelt zu tun. Vielen Menschen geht es vorallem schlecht, weil sie sich ausbeuten und unterdrücken lassen und das wünsche ich eben keinem. Dann lieber mit Hartz4 so lange über die Runden kommen, bis man eine mehr oder weniger gerecht bezahlte Arbeit bekommt.
    Klar wenn nur einer so denkt, dann ändert sich nix. Deswegen habe ich auch wenig Hoffnung, dass da auch groß was passiert.
    Und nochmal: Die jenigen wie trikerider die unbedingt drauf angewiesen sind, da sie nichtmal ALGII beziehen können, die machen ja nicht die Masse aus.
    Wenn sich auf 100 gnadenlos unterbezahlten Stellen 150 Bewerben, dann freuen sich die Arbeitgeber. Wenn sich auf diese 100 Stellen keiner bewirbt dann müssen sie handeln. Wenn nun die Einzelfälle hinzukommen, dann werden das wohl immer noch 20 von 100 Seiten, also immerhin 80 Stellen die nicht vergeben werden.

    Wer allerdings mit seiner Situation zufrieden ist, der überliest meinen Post.

    Meine Speedruns sind ab sofort auf Youtube zu finden!
    Der Twitch Channel ist nun ein Variety-Stream mit meiner Frau.

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  • Black Sun
    Gast
    • 5. September 2012 um 09:24
    • #9.483
    Zitat

    Aber genausogut kann ich mittlerweile die Leute verstehen die sagen 30 Std. (o.ä.) reicht.
    Ihr kennt ja die zahlen, auch mit 2.500 Brutto über 35 Jahre, was man in manchen Gegenden erstmal haben muss, wird man im Alter zum Sozialfall...

    Genau das ist ja das Problem. Deshalb sollte man selbst etwas machen. Man muss den Sozialfall ja nicht auch noch lachend entgegen rennen, weil man keine Lust hat Vollzeit zu arbeiten. Ohne entsprechendes Einkommen ist eine gewisse Lebensqualität eben nicht drin. Vielleicht mag einem das in jungen Jahren recht egal sein, aber irgendwann kommt schon noch der Punkt wo man mal zurückblickt und sehen wird, das man eigentlich garnichts erreicht hat, bzw erreichen konnte, weil man ständig nur am limit der Existenz gelebt hat. Der größte Teil aller normalen Versicherungen lässt sich zB auch so abschließen, das man im Alter einen monatlichen Rentenbetrag ausgezahlt bekommt. Hier ein bischen Berufsunfähigkeit ( was gerade bei Risiko Berufen nicht schlecht wäre, greift auch bei Burnout ;) ), dort ein wenig Riester usw usw, und ganz schnell hat man im Alter mal 500-600€ mehr auf dem Konto und sogar noch mehr wenn wirklich mal was passiert.
    Und warum man nun versucht Vollzeit Beschäftigte als Dumme Burnout Leute mit betrogenen Frauen, ohne Hobbys und Sozialkontakte sowie vernachlässigten Kindern darzustellen soll mal bitte einer erklären. Hier wird immer mit Extrembeispielen argumentiert, vielleicht sollte man schlicht vom normalzustand ausgehen, wie es sein sollte, und versuchen diesen zu erreichen.
    Wenn ausgebeutete rumschreien das sie keine Lust auf 40 Stunden bei 20 Stunden Lohn haben ist das die eine Geschichte. Der Rest ist eine völlig andere

    Zitat

    Aber was bringt das Haus auf'm Land wenn das Kind sowieso mal in's Ausland geht oder in die Großstadt?

    Kapital, Absicherung, Rückzugsmöglichkeit, Platz, Freiheit... Angenommen du bist ab 20 von daheim ausgezogen und lebst 80 Jahre. In dieser Zeit wirst du etwa 360.000€ für Miete nur aus dem Fenster werfen ohne jemals wirklich etwas davon zu haben. Reicht für den Neubau von 2 kleinen Häusern.

    Zitat

    Wenn der Familienvater mit seiner 40Std-Stelle gerade mal 200 Euro mehr verdient, dann geht er wahrscheinlich irgentwann dran kaputt.

    gewagte Theorie. Warum sollte er kaputt gehen ? Er arbeitet nicht mehr als normal. Kaputt vgeht man, wenn man ausergewöhnliche Belastungen über einen langen Zeitraum hat. Hier wird Burnout immer nur an der 40 Stunden Arbeitszeit und der Höhe des Gehaltes festgemacht. Das ist doch totaler Quatsch.

    Einmal editiert, zuletzt von Black Sun (5. September 2012 um 09:29)

    • Zitieren
  • exe
    Virtua Fighter Champion
    Beiträge
    1.404
    • 5. September 2012 um 09:36
    • #9.484

    Nein Burnout oder andere Psychosen können vorallem auch darin begünstigt werden, wenn diese Arbeit nahezu "unmenschenlich" ist. Da brauch Allrightythen gar keine Berichte abliefern, denn zumindest ich kenne diese (nicht persönlich, aber habe mich damit beschäftigt).
    Wenn du für deine Arbeit unterbezahlt wirst, dann fragste dich irgentwann "warum ist das so ungerecht...ich schufte und schufte und es wird nicht anerkannt". Menschen wollen auch Anerkennung und wenn diese fehlt, dann macht das die Arbeit ungleich schwerer. Wenn du dann noch einen Chef hast, der dich wie Dreck behandelt (was ja häufig auch mit diesen unterbezahlten jobs zusammenhängt...diese Arbeiter ist denen einfach nix wert), dann macht es die Sache auch nicht leichter. Auch diese Faktoren können zu einem Burnout oder andere psychische Krankheiten beitragen.

    Ich sage hier ja nicht "nehm lieber Hartz4 anstatt die 1600-1800 Netto bei 40Std im Monat, sonder lass dich nicht für 1000-1200Netto (40Std) ausbeuten". Allein das "jammern" (soll nicht abwertend gemeint sein) zeigt ja schon extreme Unzufriedenheit am Arbeitsplatz und diese kann später zum Burnout beitragen.

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  • Black Sun
    Gast
    • 5. September 2012 um 09:43
    • #9.485
    Zitat

    wenn diese Arbeit nahezu "unmenschenlich" ist.

    Eben, das ist der Punkt. Schlechte Arbeitsbedingungen. Aber nicht Lohn und 40 Stunden. Selbst wenn ich wenig Lohn habe, bringt das nicht gerade Burnout, sondern wahrscheinlich ehr Depressionen wegen Unzufriedenheit. Und Depressionen und Burnout sind erstmal zwei getrennt zu betrachtende Dinge. Auch wenn ersteres durchaus den Ausbruch von letzterem "begünstigen" Kann. In dem Fall braucht man aber immernoch einen weiteren Faktor als Katalysator.
    Würde man nur nach 40 Stunden und unzufriedenheit aufgrund des Lohnes gehen, dann hätte wohl jeder 2. Mensch in DE einen Burnout.

    • Zitieren
  • exe
    Virtua Fighter Champion
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    1.404
    • 5. September 2012 um 09:51
    • #9.486

    Ja alleine bringt der geringe Lohn pro Stunde keinen Burnout, das ist klar. Da muss schon mehr als ein Faktor mit reinspielen. Aber da schlechte Arbeitsbedingungen oft mit geringen gnadenlos untezahlten Löhnen einhergehen, ist diese Gefahr schon sehr begünstigt.

    Die Frage ist auch, was ist unterbezahlt? Das habe ich in meinem ersten Post ja beschrieben:
    Jeder muss für sich realistisch abschätzen können, wie viel seine Arbeit wert ist. Jemand ohne jeglichen Abschluss kann schlecht 1600 Euro netto im Monat verlangen. Ich wünsche ihm natürlich dennoch eine Stelle. Dieser wird wohl nicht in die Depression abdriften, weil er wohl froh ist mit seiner Lage für 1000-1200 Netto im Monat zu arbeiten.
    Jemand der vorher und durch seine Qualifikation einen gut bezahlten Job hatte, der wird natürlich deprimiert sein, bei seiner neuen Arbeit nichtmal ein Drittel davon zu verdienen (für gleiche Arbeit).
    Deswegen sind Leiharbeitsfirmen auch so scheiße. Gleichen Job für weniger Geld.
    Das kann Depressionen auslösen und zusammen mit schlechten Arbeitsbedingungen, wenig Anerkennung, das Gefühl des ungerecht Behandelten auch zu einem Burnout führen.

    EDIT: https://www.nexgam.de/forum/index.php?page=User&userID=4450

    Zitat

    Würde man nur nach 40 Stunden und unzufriedenheit aufgrund des Lohnes
    gehen, dann hätte wohl jeder 2. Mensch in DE einen Burnout.

    Da hast du mich falsch verstanden. So banal habe ich das niemals dargestellt (schon im ersten Post nicht)

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    Einmal editiert, zuletzt von exe (5. September 2012 um 09:55)

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  • utopia3000
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    • 5. September 2012 um 11:53
    • #9.487

    Wie vor ein paar Seiten schonmal geschrieben? In meiner Gegend ist es leider "normal" mit 1200€ Netto abgespeist zu werden, trotz Fachabi und guter Ausbildung. (kein Berufseinsteiger). Als Handwerker verdient man hier teilweise schon mehr als ein Büroangestellter in der Buchhaltung oder eben in der Sparkasse.

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    • 5. September 2012 um 12:23
    • #9.488
    Zitat von utopia3000

    Als Handwerker verdient man hier teilweise schon mehr als ein Büroangestellter in der Buchhaltung oder eben in der Sparkasse.

    Genauso sollte es sein!!!

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  • utopia3000
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    • 5. September 2012 um 12:32
    • #9.489

    Eine ähnliche Bezahlung wäre ja noch ok. Allerdings bewegen wir uns hier bei locker 400-600€ Netto/Monat mehr.. Natürlich hat ein Handwerker das schwerere körperliche Arbeiten, dafür muss man sich als Büroler mit unzähligen, nicht vergoldenden Überstunden, die längere Ausbildung/Fachabi plus die mobbenden Kollegen, die sich dadurch einen Karrieresprung erhoffen, herumschlagen..

    Playstation-Network: die-oma

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  • Black Sun
    Gast
    • 5. September 2012 um 12:48
    • #9.490

    Naja, man sollte Handwerker nicht schlechter machen als sie sind. Für mobbende Kollegen können sie nichts, und gibt es im Handwerk ebenso zahlreich. Genauso wie Überstunden. Ausbildung ist je nach Beruf auch nicht gerade so einfach, und erfordert schon recht gutes Wissen in den Bereichen Mathematik, Physik, und Elektrotechnik. Dazu kommt eine recht hohe Verantwortung für das was man tut, da nicht selten auch Gefährdungen daraus entstehen können. Die Körperliche Arbeit natürlich ebenso, wie die nicht selten Schichtarbeit. Und während ein Büroangestellter in der Verwaltung sich ehr mit dem ausfüllen und verwalten von Standard Formularen langweilen muss, hat der Handwerker mit diversen Problemen zu kämpfen, die man erstmal analysieren muss, und dann möglichst unter Einhaltung aller möglichen Sicherheitsvorschriften lösen muss. Nach Möglichkeit auch noch alles selbstständig, ohne den Vorgesetzten auf die Nerven zu gehen.
    Dazu kommt auch noch, das ein Arbeiter eben keine automatische Beförderung erhält wie ein Angestellter. Dieser bekommt ja in der Regel alle paar Jahre mehr Geld, ohne das er etwas dafür tun muss. Der Handwerker sitzt nicht selten sein Leben lang in der gleichen Lohngruppe fest.

    Wenn ich mal von mir ausgehe.... ich brauche nur einen Fehler bei meiner Arbeit machen, und schon steht die ganze Produktion der Firma. Ich kann durch Dumme Fehler Schäden in Millionenhöhe verursachen, nur weil ein kabel falsch angeschlossen wurde. Menschen können sterben, weil Hochspannungsanlagen nicht sorgfältig genug errichtet wurden. Wenn ein Sensor zur Messung von CO2 Gehalt falsch anzeigt und jemand deshalb erstickt, bist du dran. An meinem Arbeitsplatz herrschen stellenweise Umweltbedingungen, bei denen du kaputt gehst, bevor du überhaupt aus dem Auto raus bist. Das könnte man sicherlich noch weiter auflisten.
    Und der Büroangestellte oben im Lohnbüro ? Der füllt seine Formulare im klimatisierten Büro aus und sein schlimmster Fehler wäre das er meine Stunden falsch berechnet, oder beim Einkauf die Falsche Menge bestellt.

    2 Mal editiert, zuletzt von Black Sun (5. September 2012 um 12:54)

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  • Eulensang
    Gast
    • 5. September 2012 um 13:49
    • #9.491
    Zitat von utopia3000

    Eine ähnliche Bezahlung wäre ja noch ok. Allerdings bewegen wir uns hier bei locker 400-600€ Netto/Monat mehr..

    Aufpassen, dass man bei solchen Pauschalurteilen nicht selbstständige Arbeit mit nicht-selbstständiger Arbeit vermengt! :opi:

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  • Eulensang
    Gast
    • 5. September 2012 um 13:52
    • #9.492
    Zitat von Black Sun

    Wenn ich mal von mir ausgehe.... ich brauche nur einen Fehler bei meiner Arbeit machen, und schon steht die ganze Produktion der Firma. Ich kann durch Dumme Fehler Schäden in Millionenhöhe verursachen, nur weil ein kabel falsch angeschlossen wurde. Menschen können sterben, weil Hochspannungsanlagen nicht sorgfältig genug errichtet wurden. Wenn ein Sensor zur Messung von CO2 Gehalt falsch anzeigt und jemand deshalb erstickt, bist du dran. An meinem Arbeitsplatz herrschen stellenweise Umweltbedingungen, bei denen du kaputt gehst, bevor du überhaupt aus dem Auto raus bist. Das könnte man sicherlich noch weiter auflisten.
    Und der Büroangestellte oben im Lohnbüro ? Der füllt seine Formulare im klimatisierten Büro aus und sein schlimmster Fehler wäre das er meine Stunden falsch berechnet, oder beim Einkauf die Falsche Menge bestellt.

    Beim Büroangestellten nicht vergessen, dass er in seiner Umwelt krebserrengenden Asbest und PCB-Belastungen sowie unangenehmen Gerüchen verschwitzter Kollegen ausgesetzt ist! Nicht zu vergessen, der Feinstaub ausm Laserdrucker!

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  • Black Sun
    Gast
    • 5. September 2012 um 14:09
    • #9.493

    ach, da kannst du dir sicher sein das ich diese Belastungen um den Faktor 10.000 locker übertreffe.

    Mir ging es im wesentlichen mehr um die Verantwortung die man hat, sowie eben auch die Anforderungen der alltäglichen Arbeit. Mir ist klar das ich auch stark verallgemeinert geschrieben habe was der Büroangestellte so macht. Aber allgemein herrscht ja ehr die Meinung das Büro etwas elitäres ist das auch besser bezahlt werden sollte. Und normale Arbeiter werden ehr als dümmerer Menschen abgestempelt, die sich durch körperliche Arbeit definieren. Und so ein Bild ist eigentlich nicht haltbar. Zumal der normale Büroangestellte auch nur seine 3,5 Jahre Ausbildung hat.
    Gutes Beispiel ist unser Planungsbüro für E Technik. Ich bin normaler Geselle, der Kollege dort ist Ingenieur. Aber mal von der Erfahrung abgesehen könnte ich dennoch einen großen Teil seiner alltäglichen Arbeit übernehmen. Denn die technischen Qualifikationen waren Bestandteil der normalen Lehre. Ich bräuchte nur wieder etwas Zeit zum auffrischen/einarbeiten. Und genau das ist vor kurzem auch passiert, als ein Kollege aus meinem Bereich eben eine Stelle in diesem Büro angetreten hat, um einen demnächst in Rente gehenden Kollegen zu ersetzen. Auf deutsch, "kleiner dummer" Realschule Handwerker ersetzt Ingenieur nach 2 Wochen Auffrisch Kurs.

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  • matzenotine
    Fortgeschrittener
    Beiträge
    547
    • 5. September 2012 um 15:06
    • #9.494

    @BlackSun,

    aber bei deinem Beispiel geht es doch wohl eher um Bezahlung als um Qualifikation; wenn das euren dortigen Ansprüchen genügt, ist das doch ok, bin mir aber nicht ganz sicher, ob du auch nur ansatzweise verstehst, was ein Ingenieurs-Studium bedeutet.

    Bin ohnehin der Meinung, dass hier mittlerweile sehr viel pauschalisiert wird, nur, um den eigenen Standpunkt zu rechtfertigen; aber das liegt wohl in der Natur der Sache....^^

    Consolefan: ohne worte :(

    @uroko: ganbatte^^

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  • Black Sun
    Gast
    • 5. September 2012 um 15:55
    • #9.495
    Zitat

    aber bei deinem Beispiel geht es doch wohl eher um Bezahlung als um Qualifikation; wenn das euren dortigen Ansprüchen genügt, ist das doch ok, bin mir aber nicht ganz sicher, ob du auch nur ansatzweise verstehst, was ein Ingenieurs-Studium bedeutet.

    Nein, eigentlich ging es mehr darum zu sagen das ein Bürojob keineswegs was besseres als Handwerker ist, was auch mehr bezahlt werden muss, wie in dem Ausgangspost so empörend gefordert. Denn allgemein wird ja eben immer so getan als ob Handwerker blöd seien. In meinem Beruf braucht man neben guten Mathe Kenntnissen auch sehr gute Physik, Programmier und technische Zeichen Kenntnisse. Wir müssen Phasenverschiebungen berechnen können, Blindleistungen, Materialeigenschaften,... digitale und analoge Schaltungen verstehen können, technische Zeichnungen anfertigen, und und und. Alles Dinge die in einem Planungsbüro zum Einsatz kommen, und imo anspruchsvoller sind als der normale Verwaltungs oder Einkaufs Job im Büro. Zusätzlich kommt eben auch noch die Verantwortung dazu. Ich will damit sagen, Handwerker haben eben genau aufgrund ihrer Qualifikationen durchaus das Recht auf ebenbürtige oder sogar höhere Bezahlung als der "normale" Bürojob.
    Natürlich hat ein Ingenieur weitaus höherer Qualifikationen und Wissen im Detail. Faktisch gesehen wird er davon aber in vielen Anstellungen nur einen kleinen Teil benötigen. Ich will hier keinen Ingenieur schlecht reden, um Himmels willen. Ich wollte nur ein Beispiel nennen, wo ein Handwerker einfach so einen Bürojob übernehmen konnte, welcher durchaus gehobene Anforderungen hat. Der Ingenieur war da mehr zufällig entgegenkommend als Beispiel, denn es zeigte das durchaus eine gewisse Qualifikation gefordert wird um dort arbeiten zu können.

    2 Mal editiert, zuletzt von Black Sun (5. September 2012 um 15:59)

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  • Allrightythen
    Erleuchteter
    Beiträge
    5.161
    • 5. September 2012 um 17:24
    • #9.496

    Natürlich geht's nur mit Kollektiv, das ist mir schon klar, ganz auf der Brennsuppe dahergeschwommen bin ich auch nicht.
    Es gibt aber nunmal viele Jobs bei denen man so dürftig bezahlt wird. Machen muss die aber auch jemand, kann ja nicht jeder ein Akademiker sein.
    Was willst denn machen, wennst schon auf Hartz 4 (Das ist ja ein halber Offenbarungseid.) bist?
    D.h. ja auch das ALG 1 aufgebraucht ist, man ist also ca. 1 Jahr zuhause und tut "nix".
    Vorallem die ältere Generation hat Probleme mit dem Gedanken das sie "ausgehalten werden".
    Selbst wenn sie lange gearbeitet haben und ihnen das Geld zusteht.
    Also machst halt mal lieber was schlecht bezahltes als garnix, Berufspraxis und sowas. (Auf'm Land kommt ja noch dazu das die Leute gerne reden.)
    Je länger du nix machst, desto geringer sind die Chancen das dich jemand einstellt.
    Andere machen irgendeinen Job, weil ihnen zuhause "die Decke auf den Kopf fällt". Die bekommen daheim schneller Depressionen als im miesen Job.
    Und was glaubst du überhaupt was passiert wennst Hartz4 hast, die schicken dir einen Bewerbungsvorschlag für Zeitfirma XY mit einem Stundenlohn von 7,90€ (Brutto) und du sagst "Danke, kein Interesse ich lasse mich nicht ausbeuten."?
    Dann gibt's mal 1 - 3 Wochen kein Geld, auf das du aber angewiesen bist.
    Als sparsamer Single viell. noch irgendwie machbar, aber mit Familie, no way.

    Zitat

    Wenn sich auf 100 gnadenlos unterbezahlten Stellen 150 Bewerben, dann freuen sich die Arbeitgeber. Wenn sich auf diese 100 Stellen keiner bewirbt dann müssen sie handeln. Wenn nun die Einzelfälle hinzukommen, dann werden das wohl immer noch 20 von 100 Seiten, also immerhin 80 Stellen die nicht vergeben werden.

    Wenn sie noch 80 Leute brauchen, dann wird einfach eine der gefühlten 3 Trillionen Zeitarbeitsfirmen beauftragt Leute zu finden.
    Die Idee mehr zu zahlen steht da ganz weit hinten an.

    Zitat

    Kapital, Absicherung, Rückzugsmöglichkeit, Platz, Freiheit... Angenommen du bist ab 20 von daheim ausgezogen und lebst 80 Jahre. In dieser Zeit wirst du etwa 360.000€ für Miete nur aus dem Fenster werfen ohne jemals wirklich etwas davon zu haben. Reicht für den Neubau von 2 kleinen Häusern.

    Zwei kleine Häuser auf Grundstücken die dir nicht gehören.
    Oder ein kleines Haus, auf einem Grundstück das dir gehört + bis dahin anfallende Renovierungsarbeiten.

    Kapital/Absicherung, da kommts schon schwer drauf an wo das Haus steht.
    Rückzugsmöglichkeit. Ok, wenn man dann aber mit 70 mal allein rumgammelt und körperlich viell. nichtmehr so kann, wer hält dann die Bude in Schuss?
    Platz /Freiheit. Platz lass ich durchgehen. Freiheit kommt schonwieder ein wenig auf die Definition an.
    Ich seh nur das von meinen (Groß-) Eltern sag ich mal viel Zeit/viele Urlaube für das Haus draufging, renovieren, umbauen und sowas.
    Wenn ich meine Freizeit fast nur mit sowas verbringe, dann fühl ich mich da irgendwie nicht sehr frei, aber viell. ist mein Kopf ja auch falsch verkabelt. ^^


    Zitat

    Genau das ist ja das Problem. Deshalb sollte man selbst etwas machen. Man muss den Sozialfall ja nicht auch noch lachend entgegen rennen, weil man keine Lust hat Vollzeit zu arbeiten.


    Wie gesagt, die banalen Jobs muss auch jemand machen, noch haben wir nicht für alles Roboter und jeder kann Dipl. Ing. spielen.
    Also kann's doch nicht sein wenn ich einen Vollzeitjob solange ausführe, das ich dann trotzdem im Alter zum Sozialfall werde.

    Riester zahl ich zwar auch ein, aber mir hat ein Kollege (war 25 Jahre Banker und ist noch sehr fit auf dem Gebiet) erklärt das man als Alleinstehender im Endeffekt sowieso schwer draufzahlt bei der Sache, ausser man wird mal 90 oder älter.

    -----

    Und wer einen Handwerker pauschal "schlechter" Einstuft als jemand mit einem Bürojob, der hat wirklich einfach keine Ahnung.

    [size=8]Ihr könnt ungenutzte Rechenkapazität für die Wissenschaft zur Verfügung stellen.[/size]
    [size=10]wcg und folding


    [color=#009900]Ace Ventura: "If I'm not back in five minutes... just wait longer. "
    [/color][/size]

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  • namenlos
    Erleuchteter
    Beiträge
    6.954
    • 5. September 2012 um 17:28
    • #9.497

    Ich habe mich bewusst für ein Haus auf dem Land entschieden (richtig auf dem Land, nicht in einem Dorf), zum einen wegen der Pferde von meiner Frau und für mich um Platz zu haben um an Autos zu schrauben (in einer alten Scheune).

    wenn ich mal alt und klapperig bin, kann ich das ja immer noch alles verkaufen und mir eine Eigentumswohnung in der Stadt kaufen von dem Erlöß, das ist ja nicht ausgeschlossen.

    "Der Spiegel ist schon lange nicht mehr das, was er nie war."

    • Zitieren
  • masematte
    Gast
    • 5. September 2012 um 17:52
    • #9.498

    Naja Haus haben schön und gut. Ich bin in den letzten 4 Jahren 4 mal umgezogen . Da ich leider einen Job habe/hatte der mit dem Kaptal schwam. Jetzt Gott sei dank Home Office. Ich bin in der glücklichen Lage das ich Geld bei Seite legen kann für später . Aber das kann nicht jeder . In meinem Freundeskreis sind auch einige die am unteren Ende schwimmen , teilweise gewollt und teilweise weil Kunden ihre Rechnungen nicht zahlen ( Selbst. Handwerker ) .
    Es gibt nur eine Sache die ich nicht ganz nachvollziehen kann., und zwar wenn jemand bewusst gar nicht arbeitet und anderen auf der Tasche liegt. Alles andere ob jemand für viel Geld viel oder für wenig wenig Arbeiten geht . Oder keinen Job mehr bekommt . Ist doch Schicksal oder jedem selbst überlassen. Ich trete auch gerade kürzer da ich vor kurzem mit Verdacht auf Schlaganfall im KH lag. Von daher denke ich : Jede Jeck is anders.

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  • Black Sun
    Gast
    • 5. September 2012 um 18:04
    • #9.499
    Zitat

    Zwei kleine Häuser auf Grundstücken die dir nicht gehören.
    Oder ein kleines Haus, auf einem Grundstück das dir gehört + bis dahin anfallende Renovierungsarbeiten.

    Naja, kommt immer drauf an wo man die Häuser hinstellen will. In Ländlicher Gegend bekommst du ein gutes Grundstück für 20.000€. Da kannst du dann für 100.000 bis 150.000€ ein kleines Haus drauf stellen. Das ist kein problem. Und vernünftig gebaut, halten sich die Renovierungskosten für die nächsten 30 Jahre sehr im Rahmen bis nicht vorhanden. Zumindest was die Großen sachen angeht. Aber auch die Mietwohnung kann dich viel Geld kosten, denn der Vermieter kann bei bestimmten Dingen durchaus auch die Mieter zur Kasse bitten.
    Du musst aber auch nicht bauen, kaufe einfach ein älteres Haus mit Grundstück und renoviere es. Mein Cousin hat zB für 55.000 ein großes 2 Familienhaus mit Scheune und großer Pferdekoppel auf dem Land gekauft. Nochmal 40.000€ für Renovierung reingesteckt und man kann da sehr gut leben.

    Sollte man im Alter wirklich nicht mehr können, kann man immernoch was anderes suchen und das Haus zu Geld machen. Vor dem "nicht mehr können" bist du aber auch in der Mietwohnung nicht sicher ;)

    Zitat

    Kapital/Absicherung, da kommts schon schwer drauf an wo das Haus steht.

    Nicht wirklich. Das "Wo" entscheidet nur über die Höhe des Wertes. Ein Kapital und eine Absicherung für zB Banken ist es aber immer. Und mehr als bei einer Mietwohnung auf jeden Fall.

    Zitat

    Freiheit kommt schonwieder ein wenig auf die Definition an

    Freiheit machen zu können was und wie man will, was bei einer Mietwohnung nahezu unmöglich ist.Sogar die Freiheit mal etwas vor sich hin gammeln zu lassen, weil man gerade kein geld hat könnte man nennen, denn im Gegensatz zur Mietwohnung kannst du nicht einfach so raus fliegen.

    Zitat

    Riester zahl ich zwar auch ein, aber mir hat ein Kollege (war 25 Jahre Banker und ist noch sehr fit auf dem Gebiet) erklärt das man als Alleinstehender im Endeffekt sowieso schwer draufzahlt bei der Sache, ausser man wird mal 90 oder älter.

    Kommt auf die Rechnung an, und ob man die Fördergelder richtig in Anspruch nimmt. Allein schon durch die Steuererklärung bekommst du einen sehr großen Teil der Jahresbeiträge wieder zurück ;) Der Gewinn ist auf jeden Fall größer als bei den meisten anderen Alternativen.

    Zitat

    Wie gesagt, die banalen Jobs muss auch jemand machen, noch haben wir nicht für alles Roboter

    Wie gesagt, es geht mir nicht um Banale Jobs und Leute die sowas machen müssen, es ging darum das jemand der die nötigen Qualifikationen hat und mit mehr Verdienst arbeiten könnte, lieber 20 Stunden Woche propagiert weil er dadurch mehr Zeit hat, völlig ungeachtet aller finanziellen Nachteile die er dadurch langfristig haben wird.

    • Zitieren
  • atari_afternoon
    Profi
    Beiträge
    1.146
    • 5. September 2012 um 18:13
    • #9.500

    Kommt auch sehr drauf an, ob man (wieder) Single ist oder verheiratet, Kind(er), eigene Familie. Der "Ehrgeiz" im Sinne von "Schaff was!"-Druck it dann ganz anders.
    Wenn man mit 20 heiratet/heiraten kann/geheiratet wird. Wenn man aber nur fuer sich alleine lebt, dann ist man da klar lockerer. Das wird sich eh alles noch aendern.
    Ich will damit sagen, es ist eine Illusion, dass man mit 20 den linearen weiteren Verlauf des Lebens absehen kann. Man muss halt das Beste daraus machen, was so koemmt. Man kann nur loslegen und sehen, wie weit einen der eiene Weg, den man fuer richtig haelt, bringt.. Von daher ist Urokos und CD-i´s Einstellung fur mich gut nachvollziehbar. Solange man jung und gesund ist. Selbstverwirklichung ist bei uns ein Wert :)
    Sollte mich allerdins eine Frau wieder dauerhaft einfangen oennen, bin ich durchaus rueckkehrbereit zum "anderen Konzept". Im Moment wll es "das Schicksal" allerdings nicht so :).

    Was die eigentliche Frage angeht (sie hat sich seitdem nicht wider gemeldet, naja, Internet eben...), da die Noten stimmen, der AG mitspielt und der Fachenthusiasmus doch noch da ist, entscheide, was fuer dich richtig ist, am Ende deiner Auszeit. Ich wette, du bist dann wieder aufgeladen :)
    Bei so was wurde ich uebrigens nach wie vor auf die Eltern hoeren.

    Einmal editiert, zuletzt von atari_afternoon (5. September 2012 um 18:16)

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