ZitatAlles anzeigenIndianapolis - Das sportliche Geschehen ist vor dem USA-GP am Sonntag reine Nebensache.
Alles beherrschendes Thema bleiben nach dem Unfall von Ralf Schumacher die eklatanten Reifenprobleme von Michelin. Die Franzosen haben es noch immer nicht geschafft, die Ursache für den Crash zu finden.
Renault droht mit Startverzicht
Die Sicherheit der Fahrer kann so im Moment nicht garantiert werden. Folge: Als erster Rennstall drohte Renault mit Startverzicht.
"Wenn wir keine Erlaubnis erhalten, mit den neuen Reifen zu fahren, werden wir hier nicht an dem Grand Prix teilnehmen. Die Sicherheit unserer Fahrer ist für uns das Wichtigste", erklärte Teamchef Flavio Briatore.
Michelin will neue Reifen einfliegen
Neue Reifen sollen laut Michelin-Sportchef Pierre Dupasquier aus Europa eingeflogen werden, was laut FIA-Statuten jedoch verboten ist. Alle Teams, die sie trotzdem einsetzen, würden es also auf eine Disqualifikation ankommen lassen.
Ferrari hat bereits kurz nach dem Qualifying angedeutet, den Einsatz neuer Pneus nicht akzeptieren zu wollen. Technikchef Ross Brawn sagte: "Wir wollen natürlich kein Risiko für die Fahrer eingehen, aber wenn wir während des Rennens auf Reifen mit einer anderen Mischung wechseln, würden wir die Schwarze Flagge sehen. Ich weiß nicht, wie die FIA das Problem lösen will. Ich denke, es wäre nicht korrekt, wenn ein Team am Sonntag gewinnt, das die Reifen gewechselt hat."
Zuvor hatte Michelin bereits verlauten lassen, den sieben von ihm ausgerüsteten Formel-1-Teams möglicherweise den Verzicht auf das Rennen zu empfehlen.
Nur sechs Autos am Start?
Das könnte zu einem Worst-Case-Szenario führen: Man stelle sich vor, alle Michelin-Teams verzichten auf den Start, dann würden die beiden Ferrari, die beiden Jordan und die beiden Minardi die WM-Punkte unter sich ausmachen.
Ganz so weit scheint es jedoch nicht zu kommen, denn zumindest BAR und Red Bull haben angekündigt, auf jeden Fall ins Rennen zu gehen.
Keinen Grund zur Sorge sieht auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der in einem Premiere-Interview relativ gelassen auf das hektische Treiben im Fahrerlager reagierte. "Das Rennen wird nicht abgesagt, bestimmt nicht. Ich bin sicher, dass auch dieses Problem gelöst wird", sagte er Brite.
Großer Reifenverschleiß zu befürchten
Angenommen, Michelin darf die eingeflogenen Reifen nicht einsetzen und zumindest einige Rennställe gehen mit den vorhandenen Pneus an den Start. Abgesehen vom Sicherheitsrisiko wäre auch die Haltbarkeit der Reifen höchst fraglich.
Denn durch den stark erhöhten Luftdruck, den Michelin seinen Kunden empfohlen hat, würden sich die Reifen extrem abnutzen. McLaren, Williams und Co. liefen Gefahr, im letzten Renndrittel nur noch über die Piste zu schlittern.
Beste Karten für Schumi
Das wäre ein gefundenes Fressen für Michael Schumacher, dem so sein erster Saisonsieg auf dem Silbertablett serviert würde. Der Weltmeister geht nach der Quali von Platz fünf aus ins Rennen und rechnet sich selbst bei regulärem Verlauf gute Chancen auf einen Podestplatz aus.
Schade für Jarno Trulli, dass vor dem Hintergrund des Reifen-Eklats die erste Pole-Position von Toyota überhaupt völlig untergeht. Jarno Trulli versöhnte die nach dem Crash von Ralf Schumacher arg gebeutelte Truppe.
Sportliche Entscheidung kaum vorstellbar
Dennoch ist auch in Indianapolis Kimi Räikkönen von Startplatz zwei aus wieder erster Kandidat für den Sieg - immer vorausgesetzt, das Michelin-Problem löst sich wider Erwarten in Wohlgefallen auf.
Fazit: Michelin, die bis jetzt in dieser Saison jedes Rennen gewinnen konnten, haben beim USA-GP derart verwachst, dass eine sportliche Entscheidung des Rennens im Moment kaum vorstellbar ist.
Quelle: sport1.de
Das wird ja noch ein heißer Sonntag werden. Das Rennen werde ich auf jeden Fall schauen. ![]()