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Limbo

  • Fauthog
  • 9. Oktober 2011 um 23:53
1. offizieller Beitrag
  • Fauthog
    Meister
    Beiträge
    1.807
    • 9. Oktober 2011 um 23:53
    • #1
    Zitat

    Zuerst ein Hinweis meinerseits.
    Ich bin kein Freund der Standardreviews. Ich versuche soweit es geht von dem klassischen Spielprinzip-Grafik-Steuerung-Endwertung System mich zu entfernen. Deswegen werde ich auch auf Prozentwertungen/Punkten verzichten und eine andere Herangehensweise verwenden.
    Da dies mein erster jemals geschriebener Test ist, ist es mir bewusst, dass vieles noch Verbesserungswürdig ist. Also kritisiert was das Zeug hält.

    Sollte die Zeit, Muse und Lust vorhanden sein, werden weitere Tests folgen.

    Limbo - Das Spiel mit der Angst

    Angst.

    Für viele ein Tabuthema. Wird doch das Gefühl der Angst oftmals von panischen, ja gar fast hysterischen Reaktionen begleitet. Wenige Videospieleentwickler versuchen sich daran sich ernsthaft mit dem Thema der Angst auseinander zu setzen ohne die falsche Abfahrt ins Horror- Splatter Genre zu nehmen. Doch wie soll man respektvoll an dieses, doch unliebsame, Thema herangehen?

    Indem man sich mit leuchtend roten Buchstaben das Wort [color=#ff0000]KUNST[/color] sich auf die Stirn schreibt und schreit: „Liebt mich!“

    Genau so macht es das Spiel Limbo des dänischen Entwicklerteams Playdead.

    Bereits zu Beginn zeigt das Spiel, woran man hier ist.

    Der Ort: ein Wald.

    Düster, beklemmend, gefährlich, verlassen sind die ersten Gefühle, die man beim Starten vernimmt. Erzeugt wird diese dichte Atmosphäre zum einen durch die Grafik. Farben sind in diesem Spiel fehl am Platz. Verschieden schwarz und weiß töne dominieren den Bildschirm. Wie ein einziger Schatten erscheint die Welt, die nur die Gefahren erahnen, aber nicht erkenne lässt. Erinnerungen an das Monster im Schrank und das Ungeheuer unterm Bett werden wach. Begleitet wird das Spiel nur mit einer geringfügigen Musikalischen Untermalung. Fast nicht existent ertönen nur hier und da, wenn sich der Wind durch die Blätter der riesigen Bäume schlängelt, Geräusche. Minimalistisch scheint bei diesem Spiel das Zauberwort zu sein. Minimalistisch ist auch die Steuerung. Links, rechts, springen, greifen. Mehr braucht man nicht in der Welt von Limbo.

    Aber zurück zum Start.

    Das Spiel ist gestartet, man ist im Wald, nichts passiert. Erst beim drücken eines Buttons kann man im dunklem Untergrund kleine, weiße Augen erkennen, die sich langsam öffnen. Nach einem erneuten drücken erhebt sich eine Figur vom Boden. Zuerst mit der Umgebung verschmolzen zeigt sich nun ein kleiner Junge. Euer Charakter. Atmosphäre pur.

    Man ist bereits mitten im Spiel. Es gibt kein Tutorial, keine Einleitung. Nur die Spielbeschreibung der Entwickler: „Uncertain of his sister's fate, a boy enters Limbo.“, gibt einen Hinweis auf die Geschichte.

    Kann aber Limbo auch etwas anderes als nur eine hervorragende Atmosphäre bieten?
    Die Antwort lautet: Ja, kann es.
    Limbo ist im Grundgerüst ein klassischer Puzzel-Platformer in dem ein Rätsel dem nächsten folgt. Timing, punktgenaues Springen und viel Grips sind notwendig um voranzuschreiten. Dabei werden Erinnerungen an den Klassiker Another World wach. Oftmals steht man lange vor einem Rätsel und wenn nach zig Versuchen es endlich klick gemacht hat, ist die Freude umso größer, wenn das Hindernis überwunden ist.

    Limbo gehört zu denjenigen Titel die immer wieder aufgezählt werden, wenn es um das Thema Videospiel und Kunst geht. Und das versucht auch das Spiel den Spielern fast schon richtig einzuprügeln. Der ganze Stil, die ganze Art des Spiels schreit "Kunst", doch leider verliert Limbo sein künstlerisches Engagement bereits nach der ersten Hälfte des Spiels und verwandelt sich zu einem reinen Puzzel-Platformer. Das Haupthema Angst wird lieblos fallengelassen, das beklemmende Gefühl der ersten Hälfte vergessen.
    Die Rätsel mögen zwar abwechslungsreich und clever gestaltet sein, das Spiel ist dennoch innerhalb weniger Stunden abrupt beendet. Gerade bei einem Preis von 1200 MS Points/15 € und dem doch etwas unbefriedigenden Ende, fühlt man sich schon etwas von den Entwicklern verlassen. Dass das zum Spielerlebnis beitragen soll, wage ich jedoch zu bezweifeln.


    Für wen lohnt sich jetzt Limbo?
    Das Spiel ist ganz klar für Leute geeignet die Videospiele als Kunst ansehen und auch das Geschehene interpretieren wollen. Ebenso können diejenigen unbesorgt zuschlagen, die einen cleveren Puzzle-Platfomer wollen.
    Wer sich nicht in einer der beiden Kategorien findet, der spielt halt etwas anderes.

    „Der nächste Satz ist eine Lüge. Der vorhergehende Satz ist wahr.“

    Einmal editiert, zuletzt von Fauthog (10. Oktober 2011 um 11:28)

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    CD-i
    Owlboy
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    37.896
    • 10. Oktober 2011 um 09:18
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Feines review, danke. Liebäugel schon lange Mut dem spiel nur lad ich eigentlich grundsätzlich keine dl Titel.. aber wer weiß...

    [color=#800080]"I'm Special Agent Francis York Morgan, but please call me York, that's what everyone does..."[/color]


    {O,o}
    /)__)
    --"-"--
    [color=#800080]http://uhu.webcam.pixtura.de/[/color] Eulen-Live Cam!

    [color=#800080]http://www.youtube.com/oxcellent[/color] Meine Retro-Video-Reviews

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  • aldi404
    Erleuchteter
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    14.025
    • 10. Oktober 2011 um 09:47
    • #3

    Das Spiel macht mir Angst, da kann ich deinem Review nur zustimmen.


    btw:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Standard

    http://de.wikipedia.org/wiki/Standart

    :P

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  • Uroko Sakanabito
    Gast
    • 10. Oktober 2011 um 11:06
    • #4

    Erklärt mich für durch aber ich hab mich in dieser s/w Welt sofort heimisch gefühlt, sogar richtig geborgen. Abgesehen davon das dich alle umbringen wollen und überall Fallen sind war die Spielwelt so liebevoll gemacht, gepaart mit der spärlichen Sounduntermalung ein Traum. Das Ende ist soooo schön, überhaupt der ganze letzte Part ist einfach nur :love:

    The Walton Hoax hat dieses traumhafte Limbo Musikvideo gemacht;
    http://www.youtube.com/watch?v=2eeyV2…C4FAD6985F0BBCD

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  • Fauthog
    Meister
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    1.807
    • 10. Oktober 2011 um 11:34
    • #5
    Zitat von aldi404

    btw:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Standard

    http://de.wikipedia.org/wiki/Standart

    :P

    Danke. Mit diesem Wort kann man mich jagen. :facepalm:
    Ist ausgebessert.

    Zitat

    Feines review, danke. Liebäugel schon lange Mut dem spiel nur lad ich eigentlich grundsätzlich keine dl Titel.. aber wer weiß...

    Das Spiel gibt es mittlerweile für die Xbox inkl. Trials HD und Splosion Man auf einer XBLA Compilation.
    http://www.amazon.de/Xbox-Live-Arca…18239335&sr=8-1

    „Der nächste Satz ist eine Lüge. Der vorhergehende Satz ist wahr.“

    Einmal editiert, zuletzt von Fauthog (10. Oktober 2011 um 11:40)

    • Zitieren
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    CD-i
    Owlboy
    Beiträge
    37.896
    • 10. Oktober 2011 um 11:43
    • Offizieller Beitrag
    • #6

    ah schau an! Ich bin zwar PS3 User, aber für ne Disk-Version würd ich auch 360 spielen ^^

    [color=#800080]"I'm Special Agent Francis York Morgan, but please call me York, that's what everyone does..."[/color]


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  • ONOX2
    Gast
    • 10. Oktober 2011 um 13:48
    • #7

    Dafür würde ich mir auch ne 360 zulegen.
    Feines Rewiev hast nen guten Schreibstil.

    • Zitieren
  • Allrightythen
    Erleuchteter
    Beiträge
    5.161
    • 10. Oktober 2011 um 18:03
    • #8

    Hm,... hab die Demo zu Limbo schnell Ad Acta gelegt, war wohl doch ein Fehler.
    Aber die Compilation lädt ja jetzt ein das ganze eventuell doch mal nachzuholen.

    Der Stil des Reviews ist Sahne! ^^

    Persönlich versuche ich, kläglich, solche Wortwiederholungen zu vermeiden.

    Zitat

    Aber zurück zum Start.
    Das Spiel ist gestartet,


    K.p. ob das jetzt echte, konstruktive Kritik ist, oder einfach nur pingelig. Wahrscheinlich das Zweite. :tooth:

    [size=8]Ihr könnt ungenutzte Rechenkapazität für die Wissenschaft zur Verfügung stellen.[/size]
    [size=10]wcg und folding


    [color=#009900]Ace Ventura: "If I'm not back in five minutes... just wait longer. "
    [/color][/size]

    • Zitieren
  • milarya
    Anfänger
    Beiträge
    14
    • 10. Oktober 2011 um 19:35
    • #9

    Hm, das hört sich wirklich mal nach einem fesselnden Spiel an. Muss ich haben.
    Besonders weil ich das von aldi404 verlinkte GIF wirklich saugruselig finde. Wenn der Rest des Games von der Atmosphäre her nur halbwegs an diese kurze Animation rankommt, dann lohnt es sich für mich schon.

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  • Slainte
    Brrrr Tack Champion
    Beiträge
    14.926
    • 10. Oktober 2011 um 20:04
    • #10

    Schönes Review.Bin bei Limbo recht schnell an so ner kack Stelle hängen geblieben und hab dann net weiter gespielt.Muss ich mal wieder angehen.

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  • Fauthog
    Meister
    Beiträge
    1.807
    • 10. Oktober 2011 um 20:08
    • #11

    Erstmal danke für die positiven Reaktionen. Es freut mich, dass euch mein Review gefällt.

    Bzgl. der Kritik mit den Wortwiederholungen.
    Das ist leider eine dumme Eigenschaft von mir. Da ich dieses Review allerdings zu später Stunde geschrieben habe, war ich einfach zu faul das auszubessern :P
    Ich werde aber versuchen, sollten weitere Testberichte von mir kommen, solche Wortwiederholungen soweit es geht zu vermeiden.

    „Der nächste Satz ist eine Lüge. Der vorhergehende Satz ist wahr.“

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