"Morgens aufwachen und frei haben, am besten, die Sonne scheint auch noch. Wenn sich da nicht als erstes Lust auf Shopping breitmacht. Man könnte ja mal die Sommergarderobe aufbessern und diese rote Digitalkammera die neulich in der Werbung war würde sich sicherlich ganz reizend zu den neuen Stiefeln machen...Ich lebe in der Großstadt Hamburg und wenn ich mal irgendetwas in der City besorgen muß, plane ich auch für noch so kleine Vorhaben meist mehrere Stunden ein, weil ich das Schwimmen durch die Menschenmassen einkalkuliere.
Ein fortwährender Strom von einem Kaufhaus ins nächste hat das Sagen in der Shopping-mile, Menschen, die vor lauter Tütenbergen auf den Armen blind über die Straße rennen...
Natürlich ist diese Beschreibung ein klein wenig überzogen, aber ich frage mich, woher dieser unstillbare Konsumdrang -und ich schließe mich gewiss nicht aus- nur kommt. Zwar berichten Wirtschaftssendugen im Fernsehen, dass die Deutschen nicht mehr konsumieren sondern dass der Trend zum Sparen geht, aber ein Blick in die Hamburger Innenstadt genügt um zu wissen, dass das Kaufen von Billigprodukten ein vollkommener Ersatz für teure Großanschaffungen zu sein scheint.
Es geht also ums Kaufen an sich, garnicht so sehr, um was gekauft wird.
Was versuchen wir durch das ständige Anschaffen irgendwelcher Dinge auszugleichen? Es sind meistens die sinnlosesten Dinge. Warum kauft mein Vater ein Video-zurückspul-Gerät anstatt seinen Videorecorder dafür zu benutzen und meine Schwester dreimal die gleiche Strickjacke in allen Farben? Und warum kann ich an keinem CD-Laden vorbeilaufen, obwohl ich weiß, dass ich mit dem Geld besser meinen Kühlschrank füllen oder wenigstens dem Penner vor dem Supermarkt etwas abgeben sollte? Was ist noch wertvoll, was ist noch nötig, wo hört der Spaß auf?
Ich liege in meinem Bett und meine Füße fühlen sich müde an vom Laufen. Neben dem Stuhl steht die Tüte mit den Turnschuhen, die mir zuhause eigentlich doch nicht mehr so richtig gefallen haben, vielleicht will sie einer bei Ebay oder ich schenke sie meiner Schwester."
"Jugendliche, eine Generation im Kaufrausch
Einkaufen ist für Jugendliche Freizeitgestaltung, Ablenkung und Fluchtmöglichkeit, dies kann bis zur Sucht gehen. Sie haben laut Jugendbericht so viel Geld wie keine Generation zuvor und sie geben es auch mit beiden Händen aus. Dass sie es ausgeben, ist in einer konsumorientierten Gesellschaft nicht wirklich überraschend. Besonders stark ist die Konsumorientierung bei den 14-19jährigen und davon noch einmal stärker betroffen sind die Mädchen.
Nicht alle Jugendlichen haben so viel Geld, wie sie benötigen bzw. wie sie glauben zu benötigen. Jugendliche kaufen sich Zugehörigkeit und Identität über Marken. Gefährlich ist der sogenannte "kompensatorische" Konsum, das Einkaufen aus Frust, Enttäuschung und als Flucht vor Problemen. Das Konsumverhalten ist auch bildungsabhängig, in niedrigeren Ausbildungsschienen führt der Gruppendruck zu ???demonstrativem“ Konsum. Besonders die 11-14jährigen versuchen sich durch codierte Markenartikel von Kindern abzuheben und sich als Jugendliche zu positionieren."
Take me back to the world I could believe in...
Wie wichtig ist euch Konsum und Geld?
Warum braucht ihr jedes halbe Jahr eine komplett neue Kleidergarnitur? Warum sammelt ihr so exzessiv Videospiele? Warum müsst ihr eure Autos tunen? Warum wird das Handy im Jahrestakt gewechselt, ... ?
Bin ich der einzige, der diese Entwicklung für sehr bedenklich hält und sich versucht mit Händen und Füßen dagegen zu wehren?
sondern für mich.