Ich hab auch ein paar Spiele durchgezockt in der letzten Zeit (alle in der Steam Version).
Night Striker Gear - Anfangs war ich etwas skeptisch, aber inzwischen begeistert mich Night Striker Gear auf ganzer Linie. Ich glaube es gab 2025 noch kein anderes Spiel welches derart arcadig in seiner Designphilosophie und so gut aufs Wesentliche reduziert und gebalanced ist. Den Schwierigkeitsgrad würde ich als relativ hoch beschreiben; man merkt dass hier Iuchi (Ikaruga, Radiant Silvergun) am Werk war: Im Vorgänger von 1989 (welches ich auch bis zum 1CC gespielt hatte) kann man viele Situationen aus dem Stehgreif meistern, aber hier muss man als Spieler methodisch vorgehen und jede Situation erstmal lernen, sonst wird man sofort aufgerieben.
Wesentliche Kritikpunkte habe ich eigentlich nicht, außer dass mir der OST echt nicht so gut gefällt. Diese epische, weit ausgeholte passt für mich einfach nicht zu Night Striker und wirklich catchy ist keiner der Tracks. Der OST vom ersten Night Striker gehört für mich zum besten was Zuntata gemacht haben, daher sehe das als vertane Chance. Auch ein Practice Mode wäre vielleicht nicht schlecht gewesen. Gerade den finalen Boss, der einige wirklich sehr komplexe und fiese Angriffsmuster hat, zu lernen hat mich sehr viele Runs gekostet.Optisch ist das Spiel hingegen eine absolute Wucht. Alles sieht so stylisch und flüssig aus, und an futuristischen Cyberpunk Großstädten kann ich mich einfach nicht sattsehen. Und alles ist spritebasierte Pixelgrafik! Sehr cool auch die kleine Hommage an Vertexer in der Sky Stage.
Ich könnte jedenfalls noch viel mehr dazu schreiben wie gut dieses Spiel designed ist, aber ich belasse einfach bei einer wärmsten Empfehlung. Toll wie viele gute Railshooter zur Zeit erscheinen (Air Twister, Rogue Flight, Asura the Striker, Missile Dancer 2, et. al.) und Night Striker Gear reiht sich da ganz oben ein. Ich vergebe 9/10 Homing-Raketen.
Ninja Gaiden: Ragebound - Ein erstklassiges Ninja-Spiel, dass leider versucht es allen Spielertypen recht zu machen und somit wahrscheinlich niemanden vollends befriedigt.Aber vorweg was mir am besten gefallen hat: Die Grafik! Heiliger Shuriken sieht dieses Spiel gut aus, als hätte man ein Samsho 4 oder Last Blade 2 genommen und daraus einen Sidescroller gemacht. Alles ist so wunderbar detailliert gepixelt und farblich abgestimmt, dass man sich kaum daran sattsehen kann. Die Vielseitigkeit und Dynamik der Areale ist einfach toll!
Was mich hingegen etwas nachdenklich stimmt ist das Gamedesign. Ja, es ist ein klassischer, linearer Sidescroller und kein Metroidvania, das ist schonmal gut! Allerdings ist das Spiel auch nicht klassisch arcadig, sondern weit länger, also nichts was man mit einem 1CC angehen würde und auch nicht vergleichbar mit den klassischen 2D Ninja Gaidens (auch aus Sicht der Spielmechanik ist es gänzlich anders, aber das stört mich nicht). Grundsätzlich ist es, mit der möglichen Ausnahme der Bossfights, sehr einfach Ragebound durchzuspielen, da man reichlich Health bekommt, einen i-Frame Dodge hat, und beliebig auf Gegnern und Projektilen Hüpfen kann. Der Challenge kommt also daher, bestimmte Ziele und Zeitlimits je Stage zu erfüllen und alle versteckten Items einzusammeln, um einen S Rank einzuheimsen. Wer der ultimative Ninja werden will, equipped nochmal spezielle Items um das Spiel noch schwieriger zu machen — wer trotzdem besteht kann dann noch S+ oder S++ Rank erreichen. Leider gibt es bis auf Trophies und Achievements keinen wirklichen Anreiz ein Ultimate Ninja zu werden, ich bin mir also nicht sicher ob ich motiviert genug bin, das als Projekt anzugehen.
Der andere Aspekt der mich am Gameplay nicht ganz überzeugt hat ist der allgemeine Spielfluss in den Stages. Gegner sind grob in zwei Kategorien unterteilt: Popcorn Gegner die man mit einem Schlag wegfetzt und größere Brocken, die man eine Weile bearbeiten muss. Letztere kann man ebenfalls instant-killen wenn man zuvor mit Aura aufgeladen ist; das geht entweder manuell (durch Knopf gedrückt halten) oder indem man einen Gegner mit Aura killt. "Conveniently" befindet sich in der Nähe eines Brocken meist ein solcher Aura-Gegner, oft muss man aber einen Moment warten bis er spawnt und man ihn in die eigene Taktik einbauen kann. Für mein Empfinden stören diese kleinen Unterbrechungen und Wartezeiten aber eher den Spielfluss. Dazu kommt, dass die Aura auch noch eine Treasure-artige rot/blau Schwert/Kunai Polarität hat, die aber nicht konsequent genug herausgearbeitet wurde um zentraler Bestandteil des Gameplays zu sein. Hätte man IMO auch einfach weglassen können. In vielen Fällen fand ich es am Ende schneller, die großen Gegner einfach mit meinem i-Frame Dodge zu cheesen als auf Aura zu warten.
Andere Aspekte des Gameplays fand ich jedoch richtig stark: Die hohe Mobilität, die Bossfights, und auch die Platforming Passagen mit Kumori. Vollends überzeugt hat mich auch die musikalische Untermalung, die teils neue Tracks, teils geremixte Ninja Gaiden Klassiker enthält.Insgesamt hat mich Ninja Gaiden: Ragebound bestens unterhalten und ich vergebe 8/10 Kunai.
Zone of the Enders: The 2nd Runner - Hat mich sehr gut unterhalten; ich fand dieses Zusammenspiel aus Game Grafik und (sehr hochwertigem und stylishen) Anime richtig klasse und die Story hat mich bei der Stange gehalten. Darüber hinaus sind die verschiedenen Missionen auch einfach extrem abwechslungsreich gestaltet und es gab viele die mir nachhaltig in Erinnerung bleiben werden (Vic Viper, der tiefe Schacht, die Flotte im Himmel).Da das Spiel auch nicht allzu lang ist sind die Schwächen für mich auch leichter zu verzeihen. Die da wären, die etwas konfuse Kamera (dadurch dass sie an den auto Lock-On gekoppelt ist) und der äußerst geradlinige Gameplay Loop (finde neue Waffe in Stage 1, nutze diese Waffe in Stage 2, finde neue Waffe in Stage 2, nutze diese in Stage 3, usw.) Gerade bei den Waffen wäre weniger vielleicht auch mehr gewesen, da die meisten eben ihren einen Auftritt haben und danach Staub fangen (ausgenommen die Vector Cannon, deren Main-Character Moment natürlich über jeden Zweifel erhaben ist
). Auch die Grafik ist stellenweise etwas spartanisch und hätte ein paar Farbtöne außerhalb des graubraun bis braungrau Spektrums gebrauchen können, aber gut, Anfang der 2000er sah fast alles so aus. Fürs HD Remaster fand ich es immerhin sehr gut angepasst.Ich vergebe 8/10 Lock-on Laser.